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Unterſchiede bewahren; im zweiten aber ſich aͤndern, mit einander verſchmelzen, oder zu beſondern Arten umgebildet werden koͤnnen. Und dieß liegt in der Art und Kunſt, womit man ſie zuͤchtet, und womit man bereits Erſcheinungen hervorgerufen hat, die man fruͤher, wenn nicht fuͤr unmoͤglich, doch fuͤr hoͤchſt wunderbar gehalten haben wuͤrde. Weil nun aber die Sache nicht leicht iſt, ſo kann man eine ſolche Zuͤchtung nicht ohne Grund eine Kunſt und Wiſſenſchaft nennen.— Wuͤrde nun aber die Zuͤch⸗ tung uns in Stand ſetzen, aus gemeinen Schafen ohne alles weitere Zuthun Edelſchafe zu bilden— nur alsdann koͤnnte man einen weſentlichen Unterſchied zwiſchen beiden beſtreiten. Da wiſſen wir aber, daß, wenn auch die Sache nicht geradezu als abſolut un⸗ moͤglich anzunehmen iſt, dennoch oft genug alle Kunſt ſcheitert, und daß wir nur vermittelſt der
Vereinigung beider Arten und durch fortgeſetztes
ſtrenges Feſthalten au gewiſſen Eigenſchaften bei den Zuchtthieren ſicher zu unſerm Ziele gelangen. Dieß fuͤhrt uns denn zuruͤck darauf, daß dieſelben keineswegs ihren weſentlichen Unterſchied ablegen, ſondern daß nur gewiſſe Eigenſchaften durch Be— harrlichkeit zuruͤckgedraͤngt und andere hervorgeho⸗ ben werden. Da nun die letzteren die des Edel⸗ ſchafes und die erſteren die des gemeinen ſind, ſo nennen wir ein ſolches Verfahren Veredlung. Zum Beweiſe aber, daß damit der weſentliche Unter⸗ ſchied zwiſchen beiden nicht aufgehoben wird, d. h.


