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tion aufbewahrt zu haben.(S, Fig. 57.) Man ſieht einen großen mit Weintrauben gefüllten Korb, auf den Faunen mit aller Mühe einen großen Stein- blo&> zu wälzen ſuchen; während dieſen die drey andern mit einem Hebel zu Hülfe kommen. Cben dieß Denkmal ſtellt noch einen Faun dar, der einen mit Weintrauben geſüllten Schlauch herbeybringt, den wir hier nicht abbildeten
Die Schwierigkeiten und Unvollkommenheiten dieſer Methode leiteten bald auf die Erfindung einer glzichförmigeren und wirkſamern Preſſe. Man machte von der ſchon bekannten Kraft des Keils eine glückli- <e Anwendung, Man zimmerte aus Bohlen einen piere>kten Rahmen, deſſen in der Erde eingegrabe» ne Pfoſten der Kraft der Keile zu widerſtehen im Stande waren, Cin unten angebrachtes Kelterbett nahm die Trauben auf, man drücte auf dieſe ab- wechſelnd mit Keilen und Bohlen und beförderte endlich durc) Hammerſchläge die lezte ſtärkſte Preſ- ſung. Von dieſer Art iſt die unter den Gemälden von Herkulanum gefundene Preſſe.(Fig. 58.) Sie hat große Aehnlichkeit mit derjenigen, welche man noch gegenwärtig in der Gegend von Portici ge- braucht, Die Römer kannten auch die Preſſe mit einem Kelterbaum, und die Schraubenpreſſe.
Wir finden ſowohl bey den Schriftſtellern als unter den Denkmälern dieſer Nation Gefäße, die zur Aufbewahrung und Transportirung des Weins gebraucht wurden. Zuerſt bediente man ſich der Schläuche. Hierauf kamen die thönernen Gefäße, die in ihrer Fabrikation ſchon mehr Geſchicklichkeit erforderten; weit ſpäter wurden die Fäſſer erfunden, deren Verfertigung ſchon größere Schwierigkeiten hatte, Die Schwere der großen thönernen Geſäße und die Gebrechlichkeit, denen ſie bey dem Transport ausge- ſezt ſind, veranlaßte, daß man den Schläuchen, ſelbſt nach Erfindung der Fäſſer, in Ländern, wo die Stra- ßen noch in ſchlechtem Zuſtand? waren, einen Vorzug gab; daher rührt der Gebrauch, den Wein in Schläu- <hen auf Saumthieren zu traneporiiren. Man ver-
fertigte Schläuc<e aus Ochſenhäuten, die ſehr viel|
Wein faßten, und transportirte ſie auf Karren, wie in Fig. 59, auf einem, von Paetus de Mensuris befannt gemachten antiken Basrelief, dargeſtellt iſt.
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Dieſer Schlau<, uter yinarrius, füllt den ganzen Raum des von zwey Ochſen gezogenen Karrens aus, Man transportirt noch heut zu Tage in einigen De- partements von Frankceich und beynahe in ganz Spas nien den Wein und das Oel in Schläuchen auf dem Rücken von Maulthieren,
Der Wein wurde in faß- oder eimerartigen Gefäßen in Kellern aufbewahrt. Die Fäſſer(dolia Gotilia) waren von Thon, von runder oder ovaler Form, und faßten mehr als die Cimer(amphores). Die Form der leztern war cylindriſch, zuweilen ey? förmig länglicht. Sie hatten oben zwey Griſfe, und eine ſehr ſchmale Oeffnung; das untere Ende run- dete ſich zu einer Spitze ab. Dieſe Gefäße, die über» all auf dem Lande verfertigt wurden, waren in Form und Größe ſehr verſchieden, Quae etiam in villis habent multi, quae ſigalh faciunt mullo aliter atque alia. Varro de R. R. 1.3, c. 15.
Die dolia hatten die unter Fig. 60 und 61 dar» geſtellte Form. Pätus, der die Zeichnung von lezte- rem Gefäße gegeben hat, ſagt, es ſey 3 Fuß, 3 Zoll hoch, na<4 dem alten römiſchen Maß geweſen, und habe eine Breite von 2 Fuß 8 Zoll gehabt. Das erſte zu Puzzole gefundene war 5 Fuß 6 Zoll franzs- ſiſches Maß ho<, 5 Fuß im Durchmeſſer und 4 Zoll in der Die,“Caylus, der es in dem aten Bande ſeiner Altertyumer ſtechen ließ, gab ihm den Namen amphore und ſagt S. 174, es ſey wegen ſeines gro»- ßen Umfangs höchſt ſchwierig und künſilich zu verfer: tigen geweſen, daher es unſre neuern Töpfer ſchwer» lich nac<;machen würden. Er ſezt hinzu, er könne ſich nicht vorſtellen, auf welche Weiſe man dieſe Gefäße habe verfertigen und brennen können, Caylus ur- theilte ſo, weil er die dolia oder großen Gefäße nicht kannte, die man in Spanien bereitet, uud wovon ich in den Fig. 2, 3 und 4 der erſten Tafel im zten Bande dieſes Werks, ökonomiſche Künſte, eine Nbbilvung geliefert habe. Die Darſtellung der Oe- fen findet man auf der zten Tafel, Dieſer gelehrte Alterthumsforſcher warde noh mehr erſtaunt geweſen | ſeyn, wenn er die dolia von 18 Decim. Höhe, d. i. | diejenigen geſchen hätte, welche das Obige von Puz- | zole, deſſen Verfertigung er nicht begreifen kann, noch um 10 Decim, übertroffen, Man ſehe in dieſer Be-
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