Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1823) [Zweyter Band]
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det, verwerfen. Zwey Arbeiter, die eines dieſer In- ſtrumente in der Hand hielten(S. Fig. 49), faßten mit deren Zähnen eine gewiſſe Menge Halme und drückten ſie inter duas mergas, wie ſich Plinius ausdrückt, dicht gegen einander, lenkten ſo die Halme Über einen Korb, riſſen nun die Aehren vom Stroh ab, spica distrin gitur, und ließen ſie in den Korb fallen, wobey ſie die Stiele horizontal hielten. Dieſe Auslegung, welche den Sinn der beyden angeführ- ten Stellen verſtändlic) macht, ſcheint mir richtiger, als diejenige, nach welcher man annimmt, daß die merg&a Gabeln geweſen ſeyen, durch deren Zähne man das abgeſchnittene Stroh habe gehen laſſen, um die Aehren davon abzulöſen, In der That iſt in beyden Stellen von dieſer lezten Verfahrungsweiſe nicht die Rede, ſondern blos von der, welche die ei- gentlih<e Crndte augmacht.

Auch iſt zu bemerken, daß das Wort merges von dem Worte merga herſtammt, ungeachtet das erſte von Plinius in gleicher Bedeutung wie das lezte gebraucht wurde, Dieſes bezeichnet ein Inſtrument, mit dem man eine Hand voll Halme zuſammenfaßte, und das andere bezeichnet insbeſondre die Vereinigung mehrerer ſolcher Büſchel, eine Bedeutung, welche die beyden Verſe des Virgils erklärt:

Aut fetu pecorum, aut cerealis mergite culm4,

Proyentuque oneret sulcos, atque horrea vincat.

Das im Columella vorkommende Wort pecten bezeichnet das gleiche Inſtrument, von dem Varro unter der Benennung batziülum ſpricht. Altero mo- do metunt, ut in pictus ubi lignum habent in- curvyum batillum, in quo it extremo serrula ferrea. Hc cum comprehendit fascem sp ca- rum, desecat et Stramenta stantia in Segete unde tollantur in aceryum,

Der pecten war ein Kamm mit einer oder meh- reren Reihen Zähnen, die der Arbeiter an einem Griff in der Hand hielt(Fig. 50. c.) Er wurde aud von den Galliern bey der Erndte der Hirſe gebrancht, Panicum et milinm singulatim pectine manuali Jegunt Galliz. Plin. 1. 18. cap. 30.

Das batillum war ein kleines, gefrümmtes,

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ſchaufelartiges Inſtrument, mit ſehr kurzem Stiel, mit eiſernen Zähnen beſezt, und bildete eine Art von Kamm wie bey den vorigen(S, Fig. 91.) Der Arbeiter führte es mit einer Hand; er riß die Neh- ren ab, oder ließ ſie in einen Korb fallen, indem er das Stroh mit einer Sichel abſchnitt. Au ſcheint es, daß da, wo die Zähne ſaßen, eine ſcharfe Klin- ge zum Abſchneiden des Strohes angebracht war, wie das Wort desecat andeutet. Die eigentlic) ſogenannte Schaufel diente zum Zurüchalten der Aehre, wenn man ſie vom Halm getrennt hatte. Ein kleiner leichter Karren, oder vielmehr ein auf vier Rädchen ruhender Korb, den der Arbeiter nach ſich zog, diente zur Aufnahme der Aehren. Spicas conjiciunt in corbem, atque in aream mittunt. Columella 41.. 49.

Man findet im Palladius und Plinius die Be- ſchreibung einer Methode und eines Erndte- In- ſtruments, wie es bey den Galliern üblich war (S, Fig. 25). Der erſtere drückt ſic darüber fol» gendermaßen aus: L. 7, tit. 1, 8ect. 2: Pars Gal- liarum planior hoc compendio utitur ad me- tendum, et prater hominum labores, unzius bo- yis opera Spatium totius messis absumit. Sit itagque vebiculum, quod duabus rotis brevibus Hujus quadrata Superficies tabulis mu- nitur que forinzecus reclines in Summo red-

fertur.

dant Spatia largiora. Ab ejus fronte carpenti 1b1i denticuli

plarimi ac rari ad Spicarum mensuram Cconsti-

brevior est altiudo tabularum.

tuunlur in ordinem, ad Superiorem partem Te- curvi. A tergo vero e/usdem vehiculi duo bre- vissimi femones Bgurantur, velut amites Baste- narum. I1bi hos capite in yehiculum verso, ju- g0 aptatur ei vinculis, mansuetus Sane, qui non modum compulsoris excedat. Hic ubi yebicu- lum per messes copit impellere, omnis S8pica in carpentum denticulis comprehensa cumula- tur, abruptis et relictis paleis. Altitudinem vel humwilitatem plerumque bubuclo. moderante, qui Sequitur; et ita per paucos ilus et reditus brevi horarum spatio tota messis impletur«, Hoc campestribus locis et equalibus utile est

et 118, quibus necesSaria Ppalea non habetur.