Teil eines Werkes 
Zweyter Band (1823) [Zweyter Band]
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beit von Schweinen hin trieben, die mit ihren- ßen und ihren Schnauzen alsdann die Erde umge- wühlt hätten. Man ſuchte dieſe Erzählung dur Anführung des Beyſpiels der Bewohner der Inſel Timon zu beweiſen, welche ihre Reisfelder durch Heerden von Büſfeln zuſammentreten laſſen. Allein die Umſtände, und der Zwe, den man ſich in bey- den Ländern vorſezt, ſind ganz verſchieden, Die Egyptier werfen die Saat auf Ländereyen, die durch den erſt erfolgten Rücktritt der Gewäſſer des Nils noh ganz feucht ſind. Schweinheerden würden nicht nur mit ihren Schnauzen den Boden nicht auflo>ern und den Samen ſo bedecken, ſondern ſie wurden die Saat auffreſſenz während in den ſchlammigen Reisfeldern, die mit 4 Decim, Waſſer überdec>t ſind, die Heerden von Büffelk, durch ihr Auftreten, die Erde zertheilen, mit dem Waſſer vermiſchen, und ovhngefähr die gleiche Wirkung hervorbringen, wie ein Pflug auf einem Äberſchwemmten Erdreich thun würde.

Die Alten ſpannten die Ochſen mit vem Hals oder mit den Hörnern, wie noch heut zu Tage, an, Cicero, der ein größerer Redner, als Kenner der Naturgeſchichte war, behauptet, der Hals der Ochſen ſey für das Joch gebildet, und ihre breiten und ſtarken Schultern zum Ziehen des Pflugs. Ceryi- ces autem nale ad jugum; tum vires humero- rum et latitudines ad aratra extrahenda.. Dieſe Stelle beweist wenigſtens, daß die Römer die Och- ſen gemeiniglich am Halſe anſpannten. Columella, der von dieſen beyden Methoden ſpricht, billigt die leztere= und ſtellt mit vielem Scharfſinn Gründe für ſeine Anſicht auf, die von allen guten Oekono»- men ſeines Zeitalters getheilt wurde? Plus enim, ſagt er, queunt pecudes collo et pectore conar1 quam cornibus,

Plinius ſagt, daß die Alpenkühe, die viele Milch lieferten, obſchon ſie ärbeiten müßten, an den Hörnern, und nicht an dem Halſe angeſpannt würden. Die Art, das Joch auf dem Halſe der Ochſen zu befeſtigen, war bey den Alten ſo verſchie- den, wie bey uns.

Wir wollen als Muſter eines ſol<en Jochs das, unter den Gemälden des Terenz vom BVati-

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can dargeſtellte, geben(Fig. 44.) Herr Mongez glaubt, es gehöre zu derjenigen Art, die man an den Hals der Thiere legte. Die Breite und Form der beyden Krümmungen an demſelben ſcheint mir aber vielmehr für die Stirne der Ochſen,-als für ihren Hals, berechnet zu ſeyn. Man wird darüber nach Fig. 49. urtheilen können, welche dasjenige darſtellt, deſſen man ſich heut zu Tage in der Um- gegend-von Nom bedient, und das an den Hals der Thiere angelegt wird. Es hat eine Länge von 162 Centin. Seine Die beträgt 13, und die Breite 10 Centim,; zwey Holzſtü>ke, die an dem

Joh mit einer Schnur verbunden erhalten werden,

und am untern Theil durch ein Band vereinigt ſind, dienen als Kummet. Das toskaniſche Jo"unter- ſcheidet ſich wenig von dem römiſchen. Cs legt ſich an den Hals der Ochſen auf der einen Seite mit einer eiſernen Scheibe, und auf der andern mit ei- ner Schnur. Man bedient ſich der Schnüre auch in andern Gegenden. Die alten Griechen und- mer bedienten ſich dazu breiterRiemen. Man muß aber immer ſolhe Kummete vorziehen, welche die Thiere nicht wie das Joch ermüden, und die nur an die Spie des Halſes kommen.

Wir wollen nun zu den Erndte- und Dreſch» Inſtrumenten übergehen. Die erſten Anbauer, die in gemäßigten Himmelösſtrichen lebten, und zu allen Jahreszeiten große Weiden zur Ernährung ihrer Heer» den antraſen, achteten das Stroh nicht, und be- gnügten ſich mit den Aehren, die ſie ernährten, Die Denfmälec des höchſten Ulterthums zeigen uns in der That Schnitter, die blos die Aehren abſchnei- den, und das Stroh auf den Feldern laſſen. Die- ſes Verfahren iſt ſehr treu in einem Gemälde der alten Elethyia in Egypten dargeſtellt(Fig. 46.).

Die Menſchen, die Anfangs blos ein gewöhn: liches Meſſer zum Abſchneiden der Getreidehalme gebrauchtben, wie eine Stelle im Leben des Cleo» menes bey Plutarch beweist, fanden, daß dieſe Ar- beit um ſo ſchneller von ſtatten gehe, wenn die Klinge gekrümmt, und der Stiel unter ſpitzem Winkel mit ihr verbunden wäre. Sie ſanden ſpäter, daß eine halbkreisförmige Krümmung nod vortheilhafter wäre. Man findet dieſe Form(S.