bey den Indianern von Chili in Südamerika üblich iſt. Die rohen und ungebildeten Völkerſchaften je- nes Landſtricyos nehmen zur Bearbeitung des Bo- dens in jede Hand einen Sto>, deſſen Spitze ſie in den Boden ſte>en, und den ſie, durch Anſtem- mung ihres Körpers auf das obere Ende, tiefer Hinein bringens?(S- Ti0. 1.) heben dann die Erde auf, und. wenden ſie, ſo gut fie können, um. Dieſe Art der Umarbeitung bat viel- leicht zu derjenigen, die noch gegenwärtig in Bis caya üblich iſt, Anlaß gegeben, wovon wir unter dem Artikel|Schaufeln, Fig. 3, Taf. 4. des lezten Bandes eine Beſchreibung geliefert haben, und die darin beſteht, zwey Gabeln zur Umarbeitung der Erde zu gebrauchen,
Die Erfahrung lehrte, daß dieſe Verfahrungs- weiſe viel Zeit und Mühe koſte; und es brauchte wahrſcheinlich Jahrhunderte, um von einem ſo un- volikommenen Inſtrumente zu einem andern überzu- gehen, das nicht viel beſſer war, da der Kunſtſleiß der Indianer von Chili dieſen uns ſo leicht ſchei- nenden Schritt nor) nicht machen konnte. Cin ha- >enartig gewachſener Baumzweig bildete die erſie Haue, deren ſich die Menſchen bedienten(S. Fig. 2.): Dieſe Haue iſt auf einer Münze von Syra: kus abgebildet, wo man ohne Zweifel das Urbild des erſten Juſtruments beybehalten hat, deſſen man ſic) auf einer Inſel bedient, welche für die Wiege des Ackerbaus gilt.
Die unzureichende Wirkung, welche mit dieſem Inſtrument hervorgebracht werden konnte, reizte wahrſcheinlich zum Nachdenken, ein zwekmäßigeres, von längerer Dauer zn erſinnen, ſo wie wir es bey den Indianern in Peru und mehreren andern
amerikaniſchen Wilden finden.(S. Fig. 3.)- Es.
beſteht aus einer Keilhaue von Stein oder Kno»- hen, die an ihrem obern Theil mit dem Ende ei- nes Stiels verbunden und in der Mitte mit einem Stri> daran feſtgebunden wird, damit ſie nicht wanke, Ein weniger ſteiniger und leichterer Bo- den führte auf die Anwendung eines geſchärſten Steins, der nicht ſo lang, aber am Ende breiter war, CS. Fig. 4.)- Dieſer Stein, der in eine
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ſ<)arfe Kante ausläuft, hat 25 Centim. Länge und 4 Die, Der Stiel iſt 6X Decim, lang.
Wir finden bey den Cgyptiern einen ähnlichen Entwicklungsgang. Die nach den alten Denkmä- lern dieſes Volks gezeichnete Haue Fig. 5. hat große Aehnlichkeit mit der Haue der Wilden in Amerika(Fig. 3.) Gleiche Bedürfniſſe und Um- ſtände führten immer zu gleichen Reſultaten. Die in etruriſ<en Grabmälern gefundene Keilha>e (Fig. 6) iſt von gleicher Art. Sie macht den Uebergang zum Pflug, wie wir ſpäter erläutern werden, und könnte, wie die vorhergehende, mit Hülfe eines Stiels zum Umarbeiten des Bodens mit der Hand und mit Zugvieh dienen. Dieſe In- ſtrumente wurden, dem Zeugniſſe alter Denkmäler zufolge, zu den Kämpfen in den heroiſchen und barbariſchen Zeitaltern gebraucht. WSamgar, ein iſcaelitiſher Richter, bekämpfte die Feinde ſeiner Nation mit einem Pflug. Che man aber auf die Erfindung des Pflugs kam, der ginſt dem Men- ſc<en ſo großen Nuten leiſten ſollte, vervollkomm»- nete man Keilha>e und Haue, wie aus den Fig. 7 und 8 erhellt, die Muratori aus Grabmälern ſammelte, Die leztere hat eine große Aehnlichkeit mit der nod) heut zu Tage üblichen. Der Kopf derſelben diente als Hammer. Zulezt machte man ihr anderes Ende zweyſpitzig(Fig. 9) zur Erleich- terung der Arbeit in ſteinigem Boden. Dieſe Art Zweyſpiße, die auf einem antiken, von Winckel-
mann in ſeinen Monumenti anticht t. 1, n. 34,
mitgetheilten Steine gravirt gefunden ward, kommt ſelten unter den neuern Inſtrumenten vor; wie umgekehrt, der zweytheilige, zweyſpibige Pflug, wo»- von wir ſpäter reden werden, den Griechen und Römern unbekannt geweſen zu ſeyn ſcheint, Cnd- lich finden wir unter den Inſtrumenten der Alten eine Keilhaue und Haue, die mit den noh gegen» wärtig üblichen übereinkommen(S. Fig. 10 u. 11.) Die Römer bedienten ſic) auch zur Bearbeitung eines ſteinigen Bodens der zweyzähnigen Haue, in Saxo80 bidentibus, wie ſich Plinius ausdrüct, Man findet ſie in einem Manuſcript des Terenz in der Vatikaniſchen Biblioth:k abgebildet(S. Fig. 12.) Ward dieſes Inſtrument kleiner eingerichtet, und zur
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