Teil eines Werkes 
Erster Band (1821) [Erster Band]
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Verſchiedene Arten des Landbaus.

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Fig.+ GinHanfcoſt mit Steinmor- tel. Man trifft dieje Hanfröſte ſehr häufig in der Gegend von Valencia in Spanien, wo man ſie Balzas nennt, Zur Anlegung derſelben macht man in den Feldern ſo tiefe, lange, und breite Gräben, als man für die Mauern des Hanfroſies beſtimmt; hierauf füllt man dieſe-Gräben mit Kalk- und Sandmörtel, der mit Flußgeröllen von der Größe einer Wallnuß bis zu der Fauſtgröße und daruber gemiſcht iſt. Man fängt damit an, daß man den Mörtel einſchüttet, und hierauf die Gerölle in dün- nen Schichten, die man jedesmal mit einer Hand- ramme feſtiſtampft. Man-errichtet auf dieſe Art einen Theil der Mauer bis zu der Höhe von 45--65 Centim,, und läßt ſie dann 4--5 Tage lang tro>- nen. Man fährt alsdann in der Arbeit ſo fort, daß man in der Fläche wieder beginnt, wo man einige Tage zuvor aufgehört hatte, Dadurch ge- langt man zu einem ſehr feſten und dauerhaften Bau, der unter dem Namen Steinmöortel(beton) bekannt iſt, mit dem man bis zu ebener Erde fort- fährt. Hierauf arbeitet man nun die Erde, die ſic) zwiſchen den Mauren eingeſchloſſen befindet,

bis auf den Grund heraus, und geht alsdann zur'

Errichtung des Bodens über, wo man das gleiche Gemiſ<) von Mörtel und Geröllen dazu benüzt. Dieſe Behälter haben eine Dauer von 100 =-=150 Jahren, und würden ſelbſt Jahrhunderte ausdauern, wenn das ſcharfe Waſſer, worin der Hanf eingeweicht war, nicht die Steine, und vor- zuglich den Mörtel derſelben zerfräße, Die in den Mörtel eingehenden OQuarzgerölle können nicht zer- freſſen werden; man ſieht ſie daher auh an der Oberfläße der Mauern hervorſtehen, Man füllt die Balzas dadurch an, daß man entweder eine Ableitung aus einem Bache hinführt, oder auf ir- gend eine andere Weiſe verfährt, Man entleert ſie durc) Schöpfeimer, Man trifft ſolhe an, wo Ab-

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zuge am äußern Theil der Mauern, mit einer innern Communication angebracht ſind. Durd) dieſe entleert man alsdann das Waſſer. Die Landleute erhalten g2wöhnlich das Jahr über dieſe Behälter mit Waſſer gefüllt, und benüßen ſie zum Reinigen ihrer Wäſche.

Innen hat der Hanfroſt eine Länge von 13 Meter auf, 4 Breite, und 1X Meter Tiefe. Die Mauern haben gemeiniglich eine Breite von 4 Decim, Sie ſind mit Steinplatten bede>Xt, A iſt der Kanal, wodurch das Waſſer den Eintritt erhält; er iſt 26 Centim, breit; ſeine Länge iſt mehr oder minder beträchtli<m, Die beiden Mauern, die ihn bilden, haben eine Furche, worein man eine Falle zum Dämmen des Waſſers anbringt, oder die man auf- hebt, wenn das Waſſer durch den Haufroſt fließen ſoll. Dieſer Kanal theilt ſich rechts und links, und und behält die gleicze Breite bis an die Stelle bei, wo dieſe beiden Aeſte ihre vorige Richtung wieder annehmen, ſich verſchmälern, und nur noch 18 Centim. breit ſind, Dieſe Theilung wird durch einen ſteinernen Aufbau von 13 Decim, Länge, und 4 Breite zu Stand gebracht. Man bringt an den beiden Enden dieſes Aufbaus, ſo wie am Eintritt des Kanals, Furchen an, welche eine Falle aufneh- men, wenn man den Waſſerſtrom unterbrechen will, Das Waſſer tritt aus dem Hanfroſt wieder durch eine Oeffnung aus, die ſich bis zu B verlängert. Dieſer, 3 Decim, breite, Abzugskanal wird durch eine Senkung der Mauer von einigen Centim, in einer Länge von 18 Decim, erzielt, Es iſt darin gleic<falls eine Furhe zum Dämmen des Waſſers mittelſt einer Falle angebracht, C bezeichnet zwei Steine, die längs des Kanals in einer Entfernung von 8 Decim. von einander aufgeſtellt, und 4 Decim. hoh, und 9 lang ſind. Sie dienen zum Auflegen und Abtropfen des Hanfs, ſo wie man ihn aus dem

| Hanfroſt heraus nimmt,