Teil eines Werkes 
[Hauptband] (1819)
Entstehung
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Nachbar beſiegt, unterliegt im 4oſten einem andern, und dieſer wird im boſten Jahre von einem Baume unz terdrükt, dem ſpäterhin das Schickſal ſeiner Vorgänz2 ger widerfährt. Wer dabei glaubt, die zuleßt übrig bleibenden Stämme hätten bis dahin nur wenig an ih- rem Zuwachſe gelitten, ſieht in großem Jrrthume. Dex Baum/ der ſich vva- Jugend äuf ungeſtört in allen Theilen ausbreiten kann, braucht kaum die Hälfte der Zeit zu ſeiner EntwiFXelung, die er im gedrängten Stande nöthig hat, und nur der erreicht ſeine höchſte Vollkommenheit 7 der alle ſeine Theile ungehindert ent- wi&eln kann.: Man ſägt zwar: die Natur weiß ihre Gewächſe am beſten zu erziehen, ſie ſtreuet den Saar men:im Walde dicht aus, und erzieht'die Baume im engſten Schluſſe, ſo muß es mithin am beſten ſeyn?

Hierbei iſt nur zu bewundern, daß man ſich noch des Pfluges bedient, da doh die Natur keinen hat,==

Alles, as wir in unſern Gärten und Feldern erziehen, wächſt guch ohne unſer Zuthun auf Erden, nur nicht wo wir wollen und ſo viel wir davon wollen. Für ihre eigene Oekonomie, ohne Beziehung auf den Menſchen, erzieht die Natur bei ihrem langſamen ſihern Gange Holz genug, ſo wie für ihre Zwecke auch vhne Pflug Weizen genug auf Erden wachſen würde.

Durc<h Kenntniß, Kunſt und Fleiß erziehen wir aber im Pflanzenreiche äberall mehr; als die Natur för ſich liefert 3 und wie wir dur Kunſt den Feldern und Gärten mehr Ertrag abgewinnen, als ſie für ſich ge-

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