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der Reisgerste und der gemeinen, das rte Korn von jener, und nur das 7te Korn von dieser geerndtet.
Da wo man in England und Deutschland diese Gerstenart bauet, hat man sie c außerordentlich vortheilhaft gefunden. Man hat daselbst vom Bau und der Benutzung fl derselben angemerket:
1) Daß sie eben so gutes Erdreich erfordere, als die zweyzeilige Sommergerste, und zwar daß es wohl bearbeitet und rein von Unkraut seyn müsse.
2) Daß sie völlig so früh als die zweyzeilige zu säen sey, damit die vielen Sei⸗ tenschößlinge, die sie treibt, zur Vollkommenheit gelangen mögen. Und damit diese den gehörigen Raum zu ihrem Wachsthum haben können, muß die Reis— gerste noch einmal so dünn als die gemeine gesäͤet und diesemnach nur 5 Schef— fel zu einer Tonne Landes genommen werden. Oberstlieutenant v. Schneller in Braunschweig räth noch dünner zu säen; wenn aber Dürre eintritt, und das Land voll Unkrautes ist, so gewinnt dieses die Oberhand über die Gerste, und hindert ihr Wachsthum: welches einer von den Zufällen bey den vorjäh⸗ rigen mißlungnen Schnellerschen Versuchen war.
3) Daß sie immer weit mehrfältiger trägt, als die gemeine Gerste, wie schon oben erwähnt worden.
40 Daß sie in Hinsicht auf das Gewicht, die Güte und die Benutzung der Kör⸗ ner, der Wintergerste und der gemeinen gleich kömmt, und in den meisten Fällen noch übertrifft. Sie giebt auch das beste Malz und Mehl, und ist ausnehmend gut zu Perlgraupen. b
5) Daß sie nie einen so langen Halm treibt als andre Gerste und daher auch nicht den Fehler hat in fettem Erdreich sich umzulegen.
6) Daß man die Erndte nicht verzögern müsse, bis die letzten Seitenschößlinge gezeitigt sind, weil alsdann die größten und ersten Aehren, einen zu hohen Grad der Reife erhalten, wobey der Halm gern gleich unterhalb der Aehre brechen will. b
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