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Botanisch-oekonomische Abhandlung von der Gerste / von Erik Viborg
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lige ist in diesem Betracht immer 12 Prozent besser als die gemeine, welches durch den 13 größern Ertrag, nicht aufgewogen werden kann.

Das Himmelkorn(Hordeum vulgare coeleste) wird hie und da in Norwe⸗ gen im Großen gebaut, wo man denn folgende Erfahrungen davon hat:

1) Daß es fette, lockere, starktreibende Dammerde erfordert, daher es dort auch vornemlich in dem geschwendeten Lande gesäet wird 45).

2) Daß es besser die Kälte erträgt, als die gemeine Gerste, darum auch etwas fruher gesäet werden kann. i

3) Daß es nicht so dicht als die gemeine gesäet werden muß, da 6 bis 7 Scheffel auf eine Tonne Landes hinreichen, wenn das Saatkorn gut ist. d

4) Daß in solcher Erde, wie oben angegeben worden, es 10 bis rgfältig trägt; ja man hat an einigen Orten, in fruchtbaren Jahren 4öfältig geerndtet.

5) Daß das nackte Korn gute Grütze giebt, auch gut Mehl, das sich in der Haushaltung als Waizenmehl gebrauchen läßt, nur nicht zu Brod, als wozu es zu trocken ist, wenn man es nicht mit anderm Mehl vermischt. Es giebt auch das Himmelkorn guten Malz, und wird daher in Norwegen viel zum Bierbrauen angewandt. f In Dänemark wird es an einigen Orten im Großen gebaut, wo es 10 bis rꝛfäl⸗

tig getragen. Es ist aber noch nicht allgemein geworden, da man das Vorurtheil dagegen gefaßt, daß es das Erdreich aussauge, und zu fettes Land erfordere. So⸗ wohl in Schweden**) als an einigen Orten in Deutschland*) hat man das Ge⸗ gentheil gefunden. Naturlich ist das Himmelkorn fruchtbarer in fettem als in ma⸗ germ Boden; inzwischen zeigen doch die angeführten Versuche, daß es in hohem und magerm Lande wachsen könne, und daselbst mehrfältig trage als der Roggen. Eben so natürlich braucht das Himmelkorn, bey dessen starkem Halm und mehligtem Korn, auch mehr Kraft aus der Erde, und entzieht derselben also von ihrer Fettigkeit; eben dies aber thut auch der Waizen, man müßte also auch diesen nicht bauen. Wo man in Dänemark Himmelkorn gebaut hat, klagt man, es tauge nicht zum Bierbrauen; dies muß aber aus Mangel an Kenntniß von dem richtigen Verfahren beym Mälzen und Brauen herrühren, da man in Norwegen und an andern Orten das beste Bier

460 Vom norwegischen Schwenden s. Pontoppidans Norwegens Naturhistorie, r. Th. S. 169. (nach der Seitenzahl des dänischen Textes).

47) S. 11. B. der übersetzten Abhandlungen der schwedischen Akademie der Wissensch. a. d. J. 1749. S. 13 89. n

48) S. das hannöversche Magazin, 27. St. S. 426.