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Botanisch-oekonomische Abhandlung von der Gerste / von Erik Viborg
Entstehung
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aber nicht von solcher Güte und Fülle als die von den ebengenannten andern Arten. Sie taugt auch ganz wohl zum Mälzen, giebt aber nicht so fettes und starkes Bier wie jene. In Seeland, an einigen Orten in Schleswig und Holl stein, und fast überall in Jütland, kennt man keine andre Gerstenart als diese, zum Gebrauch in den Haushaltungen.

5) Daß die gemeine Gerste den Fehler hat, wenn zur Zeit ihrer Reife nur einige Tage Hitze und Dürre einfällt, alsdann beym Erndten viel zu verlieren, weil die Körner sehr los sitzen und leicht ausfallen. Ein darauf folgender windi ger Tag kann dann auch unsäglichen Schaden anrichten, wovon man noch vo riges Jahr die traurigsten Beyspiele gehabt. f

In Seeland, Norwegen und an einigen Orten in Jütland hält der Landmann bie gemeine Gerste für besser als die zweyzeilige Sommergerste, weil man in dem Wahne steht, sie müsse wegen ihrer mehreren Reihen fruchtbarer seyn als diese. Da wo man beyde kennt, hat die zweyzeilige immer den Vorzug. Ich kenne verschiedne Landmänner, die mit beyden Versuche gemacht; sie haben aber allzeit ihren Vortheil bey der zweyzeiligen gefunden, ob diese gleich, wegen der Schwere ihres Kornes, nicht sonderlich mehr Scheffelmaaß gab, als die gemeine. In England zieht man auch immer jene vor.

In den Leipziger ökonomischen Sammlungen 5. B. S. 316 findet man dage⸗ gen einen Bericht von der gemeinen Gerste, worin sie sehr gerühmt, ja vor der zwey⸗ zeiligen angepriesen wird, und zwar nach Erfahrungen auf zehnjährige Versüche ge gründet. Betrachtet man solches aber genauer, so sieht man sogleich, daß der Ver fasser nicht auf alle Umstände geachtet, um richtige Schlüsse ziehen zu können. Er hat keinen Unterschied unter ihnen beym Säen gemacht, da doch die zweyzeilige Ger ste immer weitschichtiger gesäet werden muß, als die gemeine, und sehr in ihrer Fruchtbarkeit gehindert wird, wenn dies nicht geschieht. Eben so wenig hat er ihr Gewicht gegen einander beachtet, sondern sie blos nach Tonnenmaaß beurtheilet, und die gemeine Gerste für besser gehalten, weil sie in 1o Jahren im Durchschnitt 1zmal mehrfältig gab als die zweyzeilige 28). Vergleicht man sie dahingegen zugleich nach ihrem Gewicht gegen einander, so schwindet dieser Vorzug gänzlich, denn die zwehzei⸗

45) Man findet zwar 27 angegeben; allein der Verfasser hat beym Subtrahiren geirrt. Er sagt nemlich, die gemeine Gerste habe überhaupt in den ro Jahren jährlich faltig und die zweyzeilige 45fältig gegeben; folglich nur 18, und nicht 21 mehr bey jener als bey dieser.

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