det man, daß die Gerste mehr wiegt im Frühlinge, als im Herbste, da sie trockner ist, eben so ist sie schwerer in fruchtbaren als in unfruchtbaren Jahren. Ist der Aeh— renbart nicht rein weggedroschen, so hindert er die Körner dicht genug im Maaße zu liegen, und dadurch wird das Gewicht verringert. Man hat genau auf einen glei— chen Grad bey diesem letztern Umstande zu sehen, wenn man die Kornarten unter einander nach dem Gewicht vergleichen will, weil man sonst Gefahr läuft zu irren, sie mögen auch übrigens alle Uebereinstimmung in Hinsicht des Kornes und dessen Vollkommenheit haben. Obberegte Versuche zeigen auch, daß Abarten, die Körner ohne Schalen haben, am schwersten wiegen. Ihre Körner nemlich nehmen nicht so viel Raum ein im Maaße, als die schaligen, eine größere Anzahl derselben geht da— her ins Maaß, und dies wird demnach schwerer. ö
Dle nackte zweyzeilige Gerste wiegt mehr als das Himmelkorn, da sie von der zweyzeiligen Sommergerste abstammt, die ein volleres und schwereres Korn hat, als die gemeine Gerste, die Mutter des Himmelkorns.
Von den schaligen Gerstenarten sind die Reisgerste, die zweyzeilige Sommer— gerste, und demnächst die Wintergerste die schwersten; die sechszeilige hingegen ist am leichtesten, und verliert uoch mehr am Gewicht in schlechten Jahren, wodurch deren Werth gegen die gemeine Gerste sehr herabgesetzt wird, ob sie gleich mehrfältig trägt als diese.
Stellt man die Vergleichung an in Hinsicht auf den Halm, die Menge der Körner, die aus einem hervorgebracht werden, die mehr- oder minderfältige Ertrag— niß, und das gegenseitige Verhältniß ihrer Schwere; so wird man finden, daß die Reisgerste in mehrern Hinsichten den Vorzug verdiene. Sie trägt am vielfältigsten, ist unter denen, die die schwersten Körner haben, und hat zugleich die gute Eigenschaft, daß sie nicht in Stengel schießt, sie mag auch in noch so fetter Erde gezogen wer— den. Ihr kömmt das Himmelkorn am nächsten in Fruchtbarkeit und Güte.
Die sechszeilige trägt zwar mehrfältig als das Himmelkorn, verliert aber viel von diesem Vorzuge durch ihr weniger gewichtiges Korn.
Die zweyzeilige Sommergerste hat den Vorzug vor der gemeinen Gerste, ob schon ste gleich vielfältig tragen; denn diese ist weniger schwer als jene. Hundert Donnen der zweyzeiligen Sommergerste sind daher so gut, als 112 Tonnen der ge⸗ meinen.
Eben so hat auch die Wintergerste und die Hollsseinsche Büschelgerste den Vor⸗
zug des größern Gewichts der Körner vor der gemeinen Gerste. Diese ist also die schlechteste Art von allen, dennoch wird sie häufig gebauet. Auch kann man eine Kornart vor der andern nicht anpreisen zu allgemeinem Gebrauche, blos weil sie mehr⸗


