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Botanisch-oekonomische Abhandlung von der Gerste / von Erik Viborg
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stimmen, so wie auch wie tief sie in die Erde kommen s). In England und Schwe⸗ den hat man an einigen Orten Versuche damit gemacht und gefunden, daß die Ein nahme reichlich die Unkosten erstattete. So lange aber die Volksmenge in so gerin gem Verhältniß zu dem angebauten Lande steht, wie gegenwärtig bey uns, läßt sich die Möglichkeit davon kaum denken. Hie und da in Norwegen, wo man nur wenig Ackerland hat, ließe es sich mit Nutzen anwenden,

§. 8.

Von den ältesten Zeiten her findet man bey den meisten Schriftstellern, daß die Gerste auf eine andre Art, als die andern Kornarten aufkeimen solle. Sie be⸗ haupten, die Gerste keime an beyden Enden des Korns, da die andern Getraidearten hingegen Blatt und Wurzel an demselben Ende treiben. Man will, das Blatt komme aus dem obersten Ende und die Wurzel aus dem untersten. Es scheint auch beym ersten Anblick sich so zu verhalten; untersucht man es aber näher, so findet man, daß beydes am untersten Ende hervorkömmt, wie bey allen Kornarten, und der Keim des Blattes sich innerhalb der Hülse oder Schale des Kornes erhebt, so daß er am andern Ende hervorzukommen scheint. Raj ns) hat bereits im vorigen Jahrhundert dieß beobachtet, demungeachtet findst man das Gegentheil noch von den neuesten öko nomischen Schriftstellern angeführt.

Die Gerste kann jezuweilen, wenn feuchte Witterung ist, 4 bis 5 Tage nach dem ste gesäet worden, aufkommen. Insgemein währt es 8 Tage, oft noch länger, je nach Beschaffenheit der Witterung. In guten Jahren erreicht sie bey uns inner halb 10 bis 14 Wochen, und in Norwegen innerhalb 8 bis 9 Wochen ihre Vollkom menheit. 5 8 Die Reife der Gerste erhellt aus der gelben Farbe des Halmes und der grö ßern Mehligkeit des Kornes. Von äußerster Wichtigkeit ist's die rechte Zeit zum Ein erndten der Gerste zu treffen, denn, wird sie überreif, so kann ein einziger starker Wind sie ganz und gar verderben, durch Abschüttelung der Körner, oder eine ein treffende starke Sonnenhitze in weniger Zeit den Halm so ausdörren, daß während des Einerndtens die Aehre bricht und abfällt. Die allgemeine Regel wird demnach seyn müssen, daß man die Gerste lieber ein wenig zu früh einerndte, als wenn sie

18) Die Gerste muß nicht über eine Handbreit, und nicht unter einen Fingerbreit tief gesäet wer⸗ den. S. Sommerfelds Ackerb. Katech. S. 65.

19) V. Ra j hist. Plant. T. 2. p. 124%.