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Botanisch-oekonomische Abhandlung von der Gerste / von Erik Viborg
Entstehung
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gar zu reif ist 2). Das Erndten geschieht entweder mit der Sense oder Sichel. Das erstere geht am geschwindesten; wo aber die Gerste stark ist und sich gelegt hat,

da muß die Sichel gebraucht werden. In der Marsch bedient man sich daher alle⸗

zeit der Sichel, und auf der Geest der Sense. Man giebt auch darum der Sichel den Vorzug, weil bey ihrem Gebrauch nicht so viele Aehren verloren gehn. An eini gen Orten bindet man das geschnittene Korn sogleich in Garben, an andern läßt man es erst eine Weile auf dem Acker liegen. Da wo die Gerste mit Grase und andern Kräutern vermengt ist, hat die letztere Art den Vorzug, weil die Gerste dabehy besser von der Sonne getrocknet werden kann. Es hat solches aber auch das Gefährliche, daß bey eintreffendem anhaltenden Regen das Korn Schaden nimmt, wenn es der Erde so nahe liegt. Es ist daher sicherer, wenn die Gerste schier und rein ist, oder man das Stroh nicht zur Fütterung brauchen will, daß man sie sogleich in Garben oder in kleinere Büschel zusammenbinde

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Die Gerste ist von den allerältesten Zeiten an, eine Kornart gewesen, die die

Menschen zur Nahrung gebraucht. Die Ifraeliten haben sich derselben zu einem ih rer gemeinsten Nahrungsmittel bedient. Man findet auch, daß die Griechen sie zum Brodbacken angewandt haben 21). Die atheniensischen Fechter aßen Gerstenbrod als eine nährende Speise, und wurden daher von den Nömern Hordiarii genannt. Die Römer brauchten die Gerste zur Polenta, welches eine Gerstensuppe war.

In Egypten soll, nach Forskals Bericht, heut zu Tage ein allgemeines Ge tränk, Buza genannt, daraus zubereitet werden, und in theuern Zeiten auch Brod. Uebrigens braucht man sie zum Viehfutter. Bey uns wird die Gerste vornemlich angewandt zu Malz beym Bierbrauen, zu Grütze, groben und Perlgraupen und Gries, zu Mehl und an einigen Orten zu Brod, welches aber das Unangenehme hat, daß es zu geschwind trocken wird. Sie dient uns gleichfalls zur Nahrung für allerley Vieh, wo ihre Kostbarkeit diesen Gebrauch erlaubt. In Italien, Spanien und Ma rokko füttert man die Pferde mit Gerste statt des Hafers. Bey uns hingegen ist sie insgemein zu theuer, verhältnißmäßig gegen den Hafer, als daß man sie zu diesem Gebrauche anwenden könnte. Versuche, die in Dänemark angestellt worden, haben gezeigt, daß 5 eines gewissen Maaßes Gerste, ein Pferd so gut nährt, als das Ganze

desselben 20) Von der rechten Zeit zur Gerstenerndte, s. Muleum ruft. et commerce. Leipz. 1767. S. 314.

Stuttg. Realzeitung v. J. 1767. S. 452. 21) Nox. Commentt. Societät. Reg. Scient. Goettingensis Tom. VI. p. 2.

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