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den), wenn die Erde zu feucht oder naß ist; denn in diesem Falle muß sie einige Tage zum Trocknen haben, bevor man säet. Man muß hier das kleinere Uebel zur Entgehung des größeren wählen, und sich dagegen desto mehr der Egge bedienen, um das Erdreich wieder gehörig aufzulockern. J
Man findet bey einigen ökonomischen Verfassern angeführt, daß die Sperlinge der Gerste keinen Schaden zufügen sollen, wenn diese des Morgens im Thau gesäet werde; dies scheint aber nach einem allzustarken Glauben an die Wirkung des Thaues zu schmecken, und keinen Grund in der Natur der Sache zu haben.
Da die Gerste eine Kornart ist, die mehr als einen Halm aus dem Saatkorne treibt, so versteht sich von selbst, daß sie nicht zu dicht gesäet werden muß. Dies gilt noch mehr don jenen Gerstenarten, die besonders die Eigenschaft haben viele Schößlinge aus der Wurzel zu treiben. In Dänemark nnd Norwegen rechnet man insgemein auf 14000 Quadratellen oder eine Tonne Landes, 9 bis 10 Scheffel Ger— ste rs). In den Marschländern hingegen säet man sie dichter. Von den Arten, die viel Schößlinge aus einer Wurzel treiben, bedarf's nicht so vieler Aussaat auf eine Tonne Landes. Eben so wichtig ist s auch, daß die Gerste gleichförmig gestreut werde, damit die eine Pflanze nicht zu nahe an die andre komme, und sie gegenseitig sich im Wachsthum hinderlich seyen. Man hat in dieser Hinsicht mancherley Säemaschinen 1) erfunden und vorgeschlagen; ein Säemann aber, der einen gewissen Wurf und einen bestimmten Gang hat, kann bey stillem Wetter hierin viel ausrichten. Wenn man die Gerstenäcker, eins ums andre der Länge und der Quere nach egget, wird auch die Gleichförmigkeit der Aussaat sehr befördert 7). Einige haben auch vorgeschla⸗ gen, die Gerste zu pflanzen, um die Weite zwischen den Körnern desto genauer zu be—
10 Ist Kübik(Ackerrettich, Raplanus Raphanistrum) ober andres Unkraut im Gerstenfelde, so wird gerathen, die Gerste 5 bis 6 Tage ungeegget liesen zu lassen, und erst, wenn das Unkraut aufgegangen, solche unterzueggen. S. Berlin. Beytr. z. Landwirthsch. 1. B. S. 356. Besser scheint es zu seyn, daß man die Gerste sogleich unteregge, damit nichts davon umkommen möge, wenn sie so lange unbedeckt liegt; und sodann könnte der Gerstenacker, wenn das Unkraut hervor⸗
kömmt, wiederum geegget werden. Dieser Art bedient man sich an verschiednen Orten in Jüt— land.
15) Bey einer und derselben Gerstenart kann dies verschieden seyn, mehr oder weniger, je nachdem das Erdreich magrer oder fruchtbarer ist, und nach der Güte des Sagtkornes.
16) S. Beck Grund. der Landwirthsch. zte Aufl. S. 100. 17) S. Fleischers Ackerbau Katech. S. 110.
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