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Aussaat, dazu beyträgt, daß die Gerste gleichkörmig aufgeht, welches von nicht ge⸗ ringem Belang ist, da es auf den Herbst einen gleichen Grad der Reise zur Folge hat. Daraus läßt sich erklären, warum in trocknen Jahren die Gerste auf einem Acker nicht auf einmal reif wird. Was dem Nande zunächst ist, reift immer eher, als was auf dem Rücken des Ackers steht, weil jenes wegen der Schräge des Ackers immer mehr Feuchtigkeit hat als dieses. Umgekehrt ist's bey sandigem Erdreich, denn da hat der Acker am Rande mehr Sand als auf dem Rücken, und verliert daher die Feuchtigkeit eher dort als hier. Einige Landwirthe haben daher auch den Rath gegeben, die Gerste am Abend zu säen, um sie die Nacht über im Thau liegen zu lassen, und dann am Morgen gleich sie unterzueggen, wodurch sie eine Feuchtigkeit erhält, die das gleichförmige Aufgehen befördert. Andre legen die Gerste 2 bis 3 Tage in Mistwasser in die Weiche, bevor ste gesäet wird, um diese Absicht zu errei⸗ chen und anbey die Fruchtbarkeit der Gerste zu befördern r). Man hat auch an unterschiednen Orten dies versucht und zwar mit dem besten Erfolge in trocknen Som- mern. Manche fürchten zwar in diesem Falle, daß eintreffende Nachtfröste der zar— ten und so geschwind aufgehenden Pflanze schaden möchten. Der Verfasser kennt indes— sen einen erfahrnen Landmann, der vorm Jahre seine ganze Gerstenaussaat auf die letzterwähnte Weise in die Erde brachte, worauf nicht allein Kälte und Nachtfrost einfiel, sondern das Land sogar mit einer ziemlich dicken Lage von Schnee bedeckt wurde, dies alles aber ohne den mindesten Schaden der Saat. Er hatte eine rei— chere Erndte als seine Nachbarn, die ihm das Gegentheil prophezeihet hatten. Ob der Schnee den Frost an der Beschädigung des aufkeimenden Gerstensaamens gehindert, oder ob dieser wirklich dergleichen ertragen kann, wage ich nicht zu beurtheilen, son— dern muß es den weitern Versuchen verständiger Ländmänner überlassen. Ebenmä— ßig verdient es Aufmerksamkeit, daß man das Land nicht zu lange nach dem Pflügen liegen lasse, bevor man Gerste säet, wenn etwa Dürre einfiele, weil die Furchen, be⸗ sonders in leimigem Erdreich von der Sonnenhitze in harte Klumpen zusammengebak— ken werden, und sich nicht ohne viele Mühe durchs Eggen und Walzen zertrümmern lassen. Man nimmt es daher an einigen Orten als Regel an, sogleich am Mittage zu säen, wenn man den Morgen gepftügt hat. Hier muß doch Ausnahme statt fin—
13) Man sehe hievon Herrn Schmelzens Versuche im Kleinen angestellt, die man im zten St.
der öͤkonom. Nachrichten der patriot. Gesellschaft in Schlesten J. 1776. S. 22 findet. Ein einge— weichtes Saamenkorn gab funfzigfach, indeß das uneingeweichte nur sieben und zwanzigfach gab. a


