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Botanisch-oekonomische Abhandlung von der Gerste / von Erik Viborg
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Es ist daher nothwendig, fettes wohl gedüngtes Land zu Gerstenfeldern zu wählen. Man findet auch meistens, daß man das Land dünget, wenn man Gerste säen will, oder auch dazu Aecker wählt, die an sich fett sind und nur eine Erndte getragen, seit sie gedüngt worden. In Secland und Fühnen, in Thye und andern Orten in Jütland, dünget man gemeiniglich zur Gerstensaat. An andern Orten in Jütland hingegen säet man Gerste nach dem Roggen, zu welchem gedünget worden. Sie kömmt hier aber nie zu dem Wuchs und dem Ertrage, als an den Orten, wo man sie nach dem Buchwaizen in gedüngetem Lande säet.

Der Dünger zur Gerste muß sich nach dem Erdreich richten. Niedriger und leimigter Boden erfordert mehr gährenden und wärmenden Dünger, als höheres und sandiges Land. Bey jenem würde Pferde⸗ und Schaafmist, bey diesem Kuhdung vorzuziehen seyn.

Einige ökonomische Schriftsteller haben zwar behauptet, man dürfe Gersten⸗

äcker nicht mit Schaafmist düngen, weil die Gerste, die in dergleichen Lande wächst,

nicht so gut keimen wolle im Mälzen, als andre; da der Verfasser aber mehrere Jahre gesehen, daß dieser Dünger ohne Unterschied mit den andern angewandt wor den, ohne daß die beregte Wirkung davon verspüret wäre, so kann sowohl hiernach, als auch nach der Natur der Sache, eine solche Erfahrung bezweifelt werden 5).

§. 7. ä

Betrachtet man die Wurzel der Gerste, so zeigt der feine Bau derselben, daß sie eine wohlgepflügte und lockere Erde erheische, wenn sie ihr gehöriges Wachsthum erreichen soll. Das Land muß demnach für die Gerstensaat wohl bearbeitet werden, besonders wenn es fest und leimig ist. Auch hat man in neueren Zeiten angefangen, die Gerstenäcker öfter zu pflügen als vor diesem, weil die Erfahrung gelehrt, daß eine reichere Erndte die Arbeit belohne. In Seeland hat man gewöhnlich im Früh⸗ jahr das Land nur zweymal gepflügt zur Gerstensaat und einmal geegget. Itzt hin⸗ gegen wird es an manchen Orten dreymal gepflügt und zweymal geegget und gewalzet. Zuerst wird das Gerstenfeld aufgerissen*), welches im Spätjahre geschieht; dann wird es zum zweytenmale gleich zu Anfange des Frühlings und zwar überlang gepflüget, sodann geegget und darauf gewalzet, um die noch übrigen Klumpen der geeggeten Fur chen auszuebnen. Sodann wird, wenn nun die Gerste gesäet werden soll, wieder

60 Herr Konferenzr. Fleischer giebt gerade deu entgegengesetzten Rath, da er deu Schaafdünger als den besten für Gerstenfelder angiebt. S. dessen Ackerbau-⸗Katechism. S. 93. 7) Die beste Art des Aufreißens. S. ebend. S. 63. B