*½
456 Geſcchichte b VI. Theil.
Marckt von Menſchen und Pferden entbloͤſſet geſehen, wiewohl die Soldaten ſich doch nicht ſicher getrauet, ſondern ſie haben ſich auf dem Kirchhofe poſtiret, bis ſie des Nachmittags abmarſchiret.
Den 8 Junü wurde der Friede in der Heyde auf dem Marckte in Gegen⸗ wart etlicher 100 Soldaten ausgeblaſen. Die Ausblaſung des Friedens iſt folgendergeſtalt geſchehen. Erſtlich ſind die Soldaten auf dem Marckte in der ſchoͤnſten Ordnung aufgefuͤhret, und die Muſicanten und Hauboiſten ſind vor des Commendanten Quartiere poſtiret geweſen, die ſich mit Paucken und Trompeten tapfer hoͤren laſſen, auch mit einer Salve der gantzen Muſqueterey beantwortet worden, welches dann zu dreymahlen geſchehen, nachdem ſind die
Soldaten durch die Weſterſtraſſe nach der Schantze gefuͤhret und tratiret
worden. Den 10 Junii ſind die Kayſerl. aus dieſen Laͤndern gewichen, da die Koͤ⸗ nigl. die Schantze bey Braunsbuͤttel den 12 Junii wieder beſetzet.
Den 12 Juni iſt das Collorediſche Regiment, ſo bisher in der Heyde ge⸗ legen, aufgebrochen, nachdem die Landſchafft den Kayſerl. Kriegs⸗Commiſſair Metſchern 30000 Rthlr. verſprechen muͤſſen. Und weil dies Land eine ſolche Summa ſogleich nicht aufbringen koͤnnen, haben ſie Reinhold Detlevi J. II. D. und Hrn. Nicolaum Siemens als Geiſſel mitgenommen. Jener iſt in Ham⸗ burg die Gelder aufzutreiben erlaſſen, dieſer aber hat bis Caſſel mitfolgen muͤſſen, ehe er ſeine Erlaſſung bekommen.
Den 20 Junii wurden 400 Daͤniſche Soldaten unter Commando des Obriſten Wacht⸗Meiſters Daniel von Bokwolde in der Heyde einquartieret, welche daſelbſt bis den 7 Auguſti verblieben. Unter der Zeit kam ein groſſes Sterben an der Peſt, rother Ruhr und Durchlauff in Holſtein und Dithmar⸗
ſchen, inſonderheit in der Heyde. Und dieſe Peſt iſt ſo vehement; und die Lufft
ſo vergifftet geweſen, daß auch kein Vogel auſſer die Schwalben ſich der Heyde naͤhern durffen, ſie iſt ſo geſchwinde geweſen, daß auch 28 Perſohnen in einem Tage und 117 Perſohnen in einer Wochen beerdiget worden, ohne die man bey Nacht⸗Zeiten heimlich eingeſcharret; bey Anfang der Peſt hat man in Roſtorp 84 lebendige Seelen gezehlet, und bey dem Ausgang ſind nur 32 uͤbrig geblieben. In Summa es iſt faſt kein Haus in der Heyde, ſo nicht von der Peſt inficirt geweſen, und man weiß gewiß, daß uͤber 1500 Menſchen, an der Peſt, roth und weiſſen Ruhr damahlen in der Heyde geſtorben. Daher man den Gottes⸗Acker zu Weſten der Kirchen ziemlich erweitern muͤſſen. Weil aber die Mauer⸗Leute auch an der Peſt dahin gefallen, ſo hat man mit der Arbeit ſo geſchwinde nicht fortkommen moͤgen, ſondern die Mauer iſt Ao. 1634 erſt vol⸗ lends zum Stande gekommen/ da man dann die Bauer⸗Kuhlen auf dem wnßn
jrch⸗
gn gäntl dawo
Vond Fuuh Iäuftis Nold 1.3, nichte bielen etgoß Spri indae die T let, bi eerwo Sc uheſe


