454 Geſchichte Vl. Theil.
gebracht, als denen die ſchwere Contributiones ohnedem unertraͤglich, und ver⸗ ſammleten ſich zu Meldorff, von da ging ein Theil nach Friedrichshoff und er⸗ ſchlugen daſige Kayſerl. Guarniſon in die 20 Mann faſt unbarmhertziger Wei⸗ ſe, unangeſehen ſie hefftig um Quartier gebeten, und das Haus ſtecketen ſie an, welches denen zu Gluͤckſtadt eine Looſe ſeyn ſolte, und begaben ſich ſo ferner nach der Eddellack. Der andere Haufe zog durch die Marſch nach Barlet und Mar⸗ ne, in Meinung, mit Huͤlfe des vertroͤſteten Succurſes aus Gluͤckſtadt die Schan⸗ tze bey Brunsbuͤttel zu nehmen, und ſchlugen alle Kayſerl. Soldaten, ſo ſie an⸗ traffen, mehrentheils zu Tode. Dieweilſie aber unter ſich nicht eins und zu ei⸗ nem Zweck zieleten, auch als unerfahrne ohne Ordnung daher zogen, ein Theil mit der geraubeten Beute(der ſie mehr, als ihr Vaterland zu befreyen, nachge⸗ trachtet) nach Hauſe geeilet, als wurden die ubrigen, ſo zu Marne benachtet, und des andern Tages unvorſichtig nach Brunsbuͤttel ruͤcketen, von den Kayſerl. Soldaten zu Norden Brunsbuͤttel, ohne ſonderliche Muͤhe getrennet, und etli⸗ che wenige, ſo ſich nicht gleich andern alſobald abwerts in die Kruͤge verborgen, erſchoſſen. Folgendes Tages als den 20 Martü iſt der Obriſt⸗Lieutenant mit ſeinen Soldaten vor Meldorff geruͤcket, und die Urheber als Viet Claus, Paul und andere ihm heraus zu geben begehret, oder auch gedraͤuet, die annoch wenige Einwohner(weil die meiſten ſchon davon geweſen) alle zu toͤdten, den Flecken auszupluͤndern und in Brand zu ſtecken. Eriſt doch endlich durch groſ⸗ ſe Bitte und Verheiſſungen beſaͤnfftiget, alſo daß er ſich wieder nach der Schan⸗ tze zuruͤck gezogen, hat aber etliche Gefangene mit ſich weggefuͤhret, davon einige hernach jaͤmmerlich und unſchuldiger Weiſe bey Brunsbuͤttel gerichtet worden. Den 21 Martii iſt der Graf Hannibal von Schauenburg und der Obri⸗ ſte Frenck mit einigen Offieirern und eine A nzahl Soldaten auch ein klein Feld⸗ Geſchuͤtz bey ſich habend von Itzehoe nach Meldorff gezogen, dieweil aber die Unruhe mehrentheils geſtillet, und die Einwohner ſich mit dem Obriſt⸗Lieutenant geſetzet, ſind ſie, ohne daß etliche Haͤuſer ausgeplundert, wiederum des Weges durch Windbergen, den ſie gekommen, nach Itzehoe geruͤcket. Es iſt aber das Land in jaͤmmerlichen Verderb dadurch geſtuͤrtzet, denn zu geſchweigen, daß etli⸗ che Doͤrffer an Vieh und Guͤtern gantz entbloͤſſet und von den Soldaten ausge⸗ pluͤndert worden, ſind ihnen auch die woͤchentliche Contributiones je laͤnger je hoͤher geſteigert und verhoͤhet worden. Und weil die Kayſerl. mehr Empoͤrun⸗ gen und Unruhe beſorgeten, ſo wurden einige Trouppen den 22 April in der Heyde und dem gantzen Norder⸗Theil wieder einquartieret, als welche ſonſten ſchon den 25 Febr. von da aufgebrochen waren. ns Den 15 Novembr. iſt das Collorediſche Regiment in Meldorff quartieret worden, und haben den 19 und 20 Novembr. die in SüderehenDihme 4 ſchen
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