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45² Geſchichte VI. Theil.
Graf Ernſt von Mansfeld in Elmshorn lag) in der Marſch des Suͤder⸗Theils einquartiret, groſſen Muthwillen veruͤbet, die Leute auf dem Wege beraubet, bey
Nacht⸗Zeiten in die Haͤuſer gebrochen, und dem Lande groſſen Koſten verurſa⸗
chet. Muſten aber Ao. 1627 in der Woche vor Pfingſten wieder marſchiren,
da denn alle Buͤrger und Bauren in Meldorff, Heyde, und allenthalben wo ſie
Phedäie in vollem Gewehr kamen, daß ſie alſo wider ihren Willen fromm eyn muſten..
Um jJacobi iſt ein general Aufboth durch Hollſtein und Dithmarſchen ge⸗ ſchehen, und die general Munſterung zu Braemſtette gehalten, welches Land⸗ Volck ungefehr 8 Tage bey Langenhorn, darnach zwiſchen Hamburg und Ot⸗ tenſen noch ohngefehr 14 Tage gelegen, unter welchen Hauffen, ſo bey 16 Fah⸗ nen und etlichen 1000 Mann ſtarck, auch etlichen Fuhnen geworbenes Volck ge⸗ weſen, der alte Graf von Thurn war ihr General, und Juͤrgen von Ahlefeld commanqdirte als Obriſt⸗Lieutenant. Wie aber der Kayſerl. General Tilly unvermuthet bey Tangermuͤnde uͤber die Elbe ging, ſich mit Wallenſtein con- jungirte, und alſo gerade in Stormarn marſchirte, ging dieſes Corps aus ein⸗ ander, das Land⸗Volck ein jedes an ſeinem Ort, Juͤrgen von Ahlefeld mit den geworbenen Volck zog nach der Crempe, der alte und junge Graf von Thurn, mit den bey ſich habenden 600 Frantzoſen aus Meldorff nach Lunden, und von da nach Rendsburg, und conjungirte ſich mit der darinn gelegenen Engliſchen Guarniſon, mit welcher er auch die gantze Belagerung aushielte, und hernach mit allen uͤbrigen nach Daͤnnemarck gezogen iſt. Weil nun die Kayſerliche Macht zu groß war fand Hertzo Friederich von Gottorp ſich bey Tilly in Lauen⸗ burg ein, vertrug ſich mit ihm, und verſtattete ihm freye Quartirung in ſeiuem Lan⸗ de, wie den wuͤrcklich die Kayſerlichen den 19 Octobr. mit 4 Fahnen Fußvolck und 1 Fahne Reuter ihr Quartier in der Heyde genommen. Hierauf belager⸗
ten die Kayſerlichen Breitenburg, nachdem ſie vorhero Pinnenberg, Elmshorn, Steinburg, Itzehve und Wilſter ohne Muͤhe eingenommen, da aber dieſer Ort ſich eine Zeitlang tapfer hielte, wurde es mit ſtuͤrmender Hand erobert und alles maſſacriret, weil dieſe Belagerung dem Wallenſtein bey 4000 Mann gekoſtet. Olear. Holſt. Daraufruͤcketen ſie weiter vor Rendsburg, welcher Ott ſich mit Chron 5. 79. des Koͤnigs Conſens nach einer 4 woͤchentlichen Defenſion ergab. Indeſſen hatten die Kayſerlichen eine Schiffbruͤcke uͤber die Eyder gemacht und ſich nach Juͤtland gezogen, daß ſie alſo damahlen gantz Juͤtland und Hollſtein unter ihre Gewalt brachten, auſſer Gluͤckſtadt und Crempe, welcher letzterer Ort, doch nach einer jaͤhrigen tapfern Defenſion Ao. 1628 den 14 Novembr. ſich ergeben muſte.—
Bey ſo ungluͤcklichen Conjuncturen wurde Chriſtianus IV. gendihide,
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