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Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Holsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande. : Aus bewehrten gedruckten und ungedruckten Urkunden verfasset, ; nebst einer Special-Carte, unterschiedlichen Kupferstichen und einer Vorrede Hn. Jo. Alberti Fabricii, D. und Prof. Publ. in Hamburg
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des Landes Dithmarſchen. 439

Dithmarſcher durch ihre Abgeordnete, Johannes Funck aus Wackenhuſen und Hanß Dreves aus Boſenwurth bey Ihro Koͤnigl. Majeſt. eingekommen und ſich beſchweret, darauf ihnen dann ihre Privilegia wieder confirmiret worden. Solange nun nachhero das Guth Hanrau bey denen Rantzauen verblieben, auch in den Jahren da es an Ihro Koͤnigl. Majeſt. von Daͤnnemarck verfallen geweſen, haben die Dithmarſcher ihre Zoll⸗Freyheit geruhiglich genoſſen, und iſt allen Verſchreibungen genau nachgelebet worden, bis der General⸗Major Ran⸗ tzau nach verfloſſenen Kayſerl. Kriegs⸗Troublen die Dithmarſcher gleich denen Frembden zu tractiren und zu beſchweren angefangen. Alleein aller ſeiner Be⸗ muühung ungeachtet, ſind ſie doch voͤllig reſtituiret und durch eine Koͤnigl. Reſolution, pleniſſima cauſæ cognitione præmiſſa, der Dithmarſcher Freyhei⸗ ten beſtaͤtiget worden, daß ſie dieſer Orten aller Zollen⸗Abgifften ſolten befreyet bleiben. Aber hiebey iſt gedachter General⸗Major Rantzau nicht ſtill geblieben, ſondern hat den 8 April ao. 1634 ein Kͤnigl. Keſcript ausgewuͤrcket, daß keine frembde Waare Zollfrey ſeyen, und daß durch einen Schlagbaum dieſer freye Wegzu ſperren, unter dem Vorwand, als ob die Dithmarſcher frembdes Vieh uͤber die Eyder hohleten, graſeten, und ſodann vor ihr eigenes im Lande erzogenes Vieh ausgaͤben und Zollfrey aus dem Lande braͤchten. Allein dieſem nichtigen Vorgeben haben die Dithmarſcher begegnet, ihre Freyheit verthaͤdiget und er⸗ halten, daß der Schlagbaum wieder abgebrochen worden. Solchemnach ha⸗ ben die Dithmarſcher jederzeit bey der hoͤchſſten und hohen Obrigkeit ihre Zoll⸗ Freyheit ſo wol bey Hanrau als bey dem Neuenwege kraͤfftig und gruͤndlich ver⸗ thaidiget und die Abſchaffung des Schlagbaums erhalten, bis A0. 1642 der da⸗ mahlige Pachter, Hans Georg Schmidt, ſo dieſes Hauſes, dabey gehoͤrigen Landes und Muͤhlen⸗Gefaͤlle auf einige Jahre vor 693 Marck 12 Schil. gepachtet, ſeines privat Nutzens halben das Land Dithmarſchen um ihre Frey⸗ heit bringen, und die Einwohner zur Profeſſion ihrer Guͤter, und einen Unter⸗ ſcheid ihrer Guͤter zu machen zwingen wollen, daß ſie nemlich von dem Vieh, ſo ſie auf jenſeit der Eyder gekaufft, in ihrer eigenen Weyde gegraſet und auſſerhalb Landes verkauffen wolten, zu Hanrau und am Neuenwege Zoll erlegen ſolten, da ſie doch niemahlen weder von dieſem noch von ihrem ſelbſt erzogenen Vieh ei⸗ nigen Zoll gegeben hatten. Zu dem Ende er dann den 20 Junii A0. 1642 ſub etobreptitie ein Koͤnigl. Keſcript ausgewuͤrcket, ſolches auch ſo vorſichtig und liſtig auf ſeiner Seiten getrieben, daß er das auf die Koͤnigl. Unterthanen Suͤ⸗ der⸗Theils Dithmarſchen allein gerichtetes Keſcript ihnen gaͤntzlich verhehlet, und es im Sept. A0. 1643 in etlichen Kirchſpielen Norder⸗Theils Dithmarſchen zwar publiciren laſſen, eine Zeitlang aber nichts darauf gefodert, zuletzt aber bey

den Norder⸗Dithmarſchern mit Einfoderung des Zolles den Anfang gemacht

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