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Anton Viethens, Hochfürstl. Schleßwig-Holsteinischen Cammer-Assessoris, Beschreibung und Geschichte des Landes Dithmarschen, oder Geographische, Politische und Historische Nachricht vom bemeldten Lande. : Aus bewehrten gedruckten und ungedruckten Urkunden verfasset, ; nebst einer Special-Carte, unterschiedlichen Kupferstichen und einer Vorrede Hn. Jo. Alberti Fabricii, D. und Prof. Publ. in Hamburg
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10 Allgemeine Beschreibung 1. Theils I. Cap.

ärten, fruchtbahren Bäumen und andern Höltzungen, als Eichen, Bü⸗ 105 1 5 0 11 5 die Höltzungen ziemlich verhauen werden, und bey letzter Fehde auf Befehl derer Fürsten und Herren die schöne Vestung von Holtz, die Hamme, niedergehauen und ruiniret worden, welche so dichte gewesen, daß auch ein Eichhorn von der Heyde bis Bennewold/ und von Meldorp bis an die Grän⸗ tzen springen können, ohne die Erde zu berühren. Ferner so geben die Flüsse ste⸗ hende Seen, Ströme, insonderheit die Elbe, die See, die Eyder, einen grossen Vorrath an Fischen zum Unterhalt derer Einwohner, als da sind, Cabliau, Rochen, Schollen, Bütte, Stindt, Forellen, Hecht, Karpen, Carutschen, Lachs ꝛc. Und schreibet man daß Ao. 1578 eine solche Menge Fische auf Busum gefangen, daß sie solche durch das gantze Land und mit Schiffen nach Hamburg verfahren; und soll eine gewisse Frau, Frens Pauls Wiebe, daselbst gesagt ha⸗ ben: Gott geve dat se van Dage nichts fangen/ ik kan enen van Dage al⸗ leen nich raden/ und aus Uebermuth nenneten die Büsemer die Weiß⸗Fische, Vist⸗Hüser. Es ist aber dieser Seegen A. 1585 den Büsemern augenscheinlich entzogen, daß nun die Fische in solcher Menge nicht mehr gefangen werden, wie⸗ wohl man dennoch GOttes Seegenreiche Hand zu rühmen grosse Uhrsache hat. Flüsse. Ausser denen bekandten grossen Flüssen, der Elbe und Eyder, so der

Herr Danckwert in seiner Hollsteinischen Chronica weitläufftig be⸗ schrieben, sind noch andere bekandte und Fisch⸗ reiche Flüsse, 1 in Dithmarschen entspringen, und ihren Uhrsprung und Ausgang nach anzuführen vor nöthig er⸗ achtet werden, als da ist 1) die Gieselaw oder Schnittelaw/ welche in einem

Mohr unweit Schrum entspringet, gehet das Kirch⸗Dorff Alversdorp vor⸗

über bis nach Grönendahl/ da sie beständig längst den Gräntzen zwischen Holl⸗ 1 und Dithmarschen läufft, gehet also zuletzt durch Boeckelhover⸗Schleusse in die Eyder.

2) Die Tiele entspringet bey Wellingbüttel und daherum, gehet auf Tellinastedt und theilet diesem Kirch⸗Dorff ihren Nahmen mit, von dannen ferner auf Tielenbrück, und nachdem sie viele kleine Bäche mitgenommen, läufft sie bey Tielenburg in die Eyder.

3) Die Aue entspringet bey Linden und gehet durch den Neysee, welcher See in den alten Land⸗Graben belegen, so von der Tiele an bis an diesen Aue⸗ Fluß bey Rederstall zur Delension des Landes aufgeführet gewesen. Die Aue krümmet sich und gehet ferner nicht gar weit von dem Hamm⸗Hause bis an die Au⸗Brücke. Von Rieckelshofe kommt

4) Die Stellau, gehet auf Steller⸗Borg, Stelle und in den Steller⸗See, so 480 Ruthen lang und 180 Ruthen breit, und bald darauf fliesset st 0 die

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