1. Theils I. Cap. des Landes Dithmarschen. 9
steter, Husumer, Stapelholmer. Ins Osten oder da die Eyder abweichet, ist eine kleine Awe die Gieselaw Landscheide genandt/ dann eine Linie nechst an den Fluß Wilster, so Wackenbeck und Sprant genennet wird, schließlich das wüste Mohr nach dem Ausgange des Holsten Grabens. Insgemein aber ist Dithmarschen ins Osten mit Graben und morastigen sümpfigten Orten von Holstein unterschie⸗ den, also daß nur ein eintziger Weg, wodurch man zu Wagen oder zu Fuß in Dithmarschen kommen kan. Wie nun erwehnter massen die Elbe, West⸗ See und Eyder der Dithmarscher gefährliche Nachbahren, also haben sie zu Be⸗ schüͤtzung ihres Landes/ und damit es nicht durch die tägliche Ebbe und Fluth von dem saltzen Wasser überschwemmet werde, starcke Teiche rund umher aufgefüh⸗ ret und selbige mit eingelegten Schleussen oder Sylen versehen, wodurch sie in Ktieges⸗Zeiten die Marsch unter Wasser setzen, und das überflüßige Regen⸗ oder Schnee⸗Wasser, so von der hohen Geest sich hinunter ziehet und über die Gra⸗ ben sich erhebet, wieder loß werden können, denn durch solche Schleussen, so die Fluth zumachet, die Ebbe aber wieder eröfnet, wird das Wasser wieder in die Elbe, See oder Eyder abgeführet.
Grösse. Dithmarschen ist nur ein kleines Land, denn in der Länge von Sü⸗
den ins Norden, als von Braunsbüttel bis Lunden, ijst es Jin der Breite, als von Busum, welches der westlichste Ort ist bis Albersdorp, sind kaum 4 Mei⸗ len; und stehet es anjetzo in der Landes Matricul auf 1425 Pflügen oder 32000 Morgen Marsch Landes, wiewohl kaum der dritte Theil desselben gut Marsch⸗ Land ist, hat man sich also billig zu verwundern, wie es möglich gewesen, daß ein so kleines Land sich in unverrückter Freyheit etliche Hundert Jahre gegen mächtige Könige, Fürsten und Grafen detendiren können.
Fruchtbahr · So klein aber das Land, so fruchtbahr ist es hinwieder, da der All⸗ keit. mächtige GOtt einen solchen reichen Seegen auf dieses Land gele⸗ get, wie auf einen Ort in Teutschland; also daß es nicht allein einen grossen Vorrath zu selbst eigener Unterhaltung hat, sondern es werden auch andere Län⸗ der von ihrem Ueberfluß zum Theil unterhalten, denn es nicht unbekandt seyn kan, welche grosse Quantität an Korn als Weitzen, Rocken, Gärsten, Habern, Buchweitzen, Raepsaat, Erbsen und Bohnen jährlich in frembde Länder, als Bremen, Hamburg, Holland ꝛc. verkauffet und transportiret wird. So müssen die Nachbarn auch die schönen fetten Rinder, Schaafe und Gänse, welche jähr⸗ lich dahin gebracht werden, rühmen, denn wie allenthalben, insonderheit in der Marsch, schöne Weyden oder Grasungen seyn; so ist nicht allein davon, nemlich von gemäßtem Vieh ein grosser Ueberfluß, sondern es wird auch eine grosse Men⸗ ge schöne Käse und Butter gemacht und N Zu dem ist auch kein Man⸗ gel


