Teil eines Werkes 
3 (1826) Rückreise nach Rußland und Blick auf die Mongoley
Entstehung
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so sind doch wenigstens hier ganze Worte, und nicht Buch staben oder Sylben für sich getrennt erklärt.

Jetzt muß man sich nun zur wahren Quelle, d. i. der Samskritsprache und den dewanagarischen Schriften, Landsa genannt, wenden, mit welchen die Verehrer des Da lai Lama vorzugsweise dieses Gebet auf ihre verschiedenen hei ligen Geräthe schreiben.) Dieser, so wie auch viele andre wichtige Umstände beweisen, daß das jetzige lamaische Glaubensbekenntniß, das in Butan, Tibet, und in allen mongolischen Stämmen herrscht, aus Indien dahin gebracht worden: daher muß man den eigentlichen Sinn aller indi schen Ausdrücke, die in dem lamaischen Gottesdienste ohne deutliche Uebersetzung in die tangutische oder mongolische Sprache übrig geblieben sind, worunter nicht nur Um mani⸗padme- om, sondern auch viele andre gehören, durchaus in ihrer Wurzelsprache, d. i. im Samskrit auf suchen.**)

So sehr ich auch in verschiedenen Reisebeschreibern, wie oben gesagt, nachsuchte, so berührte doch keiner von denen, die mir bekannt waren, irgend eine Auslegung die ses geheimnißvollen Gebetes. Eben so wenig Erfolg hatten meine Nachsuchungen unter den besten europäischen Philo logen der Samskritsprache. Selbst der berͤhmte William Jönes, der so viele Mühe in Vergleichung des indischen Wahnglaubens mit der übrigens von Irrthümern vollen Götterverehrung der Griechen und Aömer sich gegeben hat,

*) Alphabet et Syllabaire Dewanagari, nommé Landsa, avec Ia transcription en Tibetain et Mongol, d'après un exemplaire imprimé en Chine, tir de la collection de M. Isaac Jaques Schmidt et exécuté lichographiquement par Jaques Rakhonin Cous la direction du Baron Schilling de Canstadt); St. Pe- tersbourg etc. 1822. semisol. oblong.

) Pallas, ebend. zr Th. S. 285 8g.