Teil eines Werkes 
3 (1826) Rückreise nach Rußland und Blick auf die Mongoley
Entstehung
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422 chung alle göttliche Vollkommenheiten zusammen ge nommen.)

Das ist, was Pallas wegen der Auslegung dieses Gebets, nach den Ueberlieferungen der Mongolen und Kalmüken, ge sagt hat. Aber diese Erklärung ist, wie Sie sehen, sehr unbefriedigend: dort hat jeder Buchstabe oder jede Sylbe, die ohne Zweifel der indischen Samskritsprache angehören, nicht nur einen besondern, ausgedehnten und abgezogenen Sinn in der mongolischen und kalmükischen Sprache, son dern sogar einen dreyfachen völlig verschiedenen Sinn; welches unwillkührlich an den Ausdruck des Bourgeois Gentilhomme erinnert: Tant de choses en peu de mots!

Ein achtungswerther und sehr aufgeklärter Mann, der Gelegenheit hatte, über diesen Gegenstand umständliche Nachrichten an den Orten selbst zu sammeln, wo in Sibi rien ein Theil der Verehrer des Schaka-muni wohnt, der mir aus Gefälligkeit das Samskrit-Wörterbuch**) über

1) Pallas, ebend. zr. Th. S. 90- 91. 5)

7) Obgleich diese drey Auslegungen eines und desselben Ge betes mit einander nicht übereinstinmmend und daher sehr unbefriedigend sind, und, wie hernach bemerkt werden wird, den eigentlichen Sinn des Gebetes nicht darstellen: weil sie aber von dem berühmten Pallas aus den schon längst unter den asiatischen Völkern verbreiteten religiosen Meinungen entnommen sind, so kann man nicht umhin zu bemerken, daß auch selbst in den Irrthümern des Heiden thums noch durch Ueberlieferung ein Schatten der ur sprünglichen Wahrheiten von dem Falle des Menschen und von der Nothwendigkeit seiner Wiederaufrichtung durch die göttliche Barmherzigkeit sich erhalten hat. Die Erhäl tung dieser und ähnlicher Wahrheiten, in welchem Volke sie auch sich darbieten mögen, wendet den Gedanken auf den uralten Quell derselben und auf die Einheit der ur sprünglichen Herkunft der Völker.

*r) II. Hayman Wilson etc. a Dictionary Sanscrit and English.

Calc utta, in 4. 1819.

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