Teil eines Werkes 
3 (1826) Rückreise nach Rußland und Blick auf die Mongoley
Entstehung
Einzelbild herunterladen

55

die durch die von den Steinklippen abprallenden Sonnen strahlen erhitzt war.

Bey unserm Durchgange durch den Hohlweg besuchten wir einen Tempel, der auf einem Felsen an der Stelle, wo der Weg sich nach Westen wendet, erbaut war. Jetzt wohnt dort ein junger Lama, aus Tibet gebürtig. Laune des Schicksals und flammender Fanatismus hat ihn in diese wilde Gegend aus seinem von der Natur gesegneten Vater lande gezogen. Wir unterließen nicht, noch einmahl, und gewiß zum letzten Mahle, auf die große Mauer hinauf zu steigen. Dort prägten wir unserm Geiste für das ganze Le ben die Erinnerung unsers Besuchs des chinesischen Reiches ein. Dort sprachen wir die herzlichsten Wünsche für einen glücklichen Aufenthalt unsrer Landsleute in diesem Lande aus, und, wenn auch mit der Zeit erst, einer engern Ver bindung desselben mit Rußland.

um 2 uhr Nachmittags kam die Mission in dem Gast hofe, nahe bey der Festung Tschadao an, doch in der Absicht um die Reise bis zur Stadt Juilin g fortzusetzen, die von hier 12 Werste(über 14 d. M.) entfernt ist. Eine halbe Stunde nach unserer Ankunft, fiel ein Platzregen mit häufigen Donnerschlägen, die gewaltig von den benachbarten Bergen wiederhallten. Die Kameele unseres Gepäcks gelangten nicht ohne Mühe bis zu dem Gasthofe, wegen des schlimmen Wetters; daher beschloß ich hier zu übernachten. Aber das Ungewitter ging bald vor über; der Himmel erheiterte sich, und die Mission ging

weiter. Um 8 uhr des Abends kamen wir in ee

an, und blieben in dem der Regierung gehörigen Gasthofe, nachdem wir heute ungefähr 35 Werste(5 d. M.) zurück gelegt hatten. Der sandige und stellenweise steinige Boden

1 1 5 1 0 1 1 101 1 0 1 ö 1 ö ** 0 0