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Als wir an den russischen Begräbnißplatz gekommen waren, schieden wir vom Pater Archimandriten Peter*) und unsern übrigen in Pekin zurückbleibenden Landsleuten. Der erste Schritt aus dem angdin'schen Thore war für uns der höchst erfreuliche Anfang der Rückkehr ins Vaterland und der Vorläufer eines baldigen Wiedersehens unserer Ver— wandten und Freunde. Aber wir konnten nicht in vollem Maaße dieses frohen Gefühles genießen, da wir von Män— nern uns trennten, mit denen wir im Laufe eines Jahres fast unzertrennlich gelebt, an die wir uns gewöhnt hatten, und die wir nicht hoffen durften, unter zehn Jahren, viel⸗ leicht auch nie, wieder zu sehen. Aus besonderem Eifer be— gleiteten uns bis Zinché der Student Woizechowski und der Kirchendiener Ißakow.
Als wir bey Chua nßü vorüber gingen, lud Tschen— Lama alle Reisende in den letzten gegen Westen liegenden Tempel ein, der den Tanguten, den Einwohnern des zwi— schen Tibet und dem östlichen Turkestan gelegenen Landes, gehört. Er bewirthete uns mit Branntwein— Schäu— ßin, und, nach der Gewohnheit seines Landes, mit ge— bratenem Fisch, als dem reinsten Opfer, zufolge der Reli— gion des Schigemuni, zu der er sich bekannte. Nicht gleich— gültig schieden wir von diesem guten, verständigen Lama. Nach einigem Ausruhen gingen wir weiter; um 6 Uhr Nachmittags kamen wir in Zinché an, und blieben in demselben Gasthofe, wo die neue Mission am. Dee. 1820. ihr Nachtlager gehabt hatte. Bey stillem Wetter ließ sich der Staub in dicken Wolken auf uns nieder.
*) Der Pater Peter hat, zur Belohnung seiner ausgezeichneten
Verdienste, auf Vorstellung des Ministers der auswärtigen
Angelegenheiten, Hru. Grafen Nesselrode, den Orden des
heil. Wladimir, ten Grades, am. Dee. 1825. erhalten. A. d. V.


