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hölz3, Wald; und drey Bäume Scheng bedeutet: dichtes Gehölz. Feuer Cho, unter Baum, wird Fün ausgespro— chen und bedeutet: brennen. Zwey Feuer bedeutet: Flam— me. Die Sonne Shi, verbunden mit dem Monde Juje, wird ausgesprochen Min, und bedeutet: erleuchten, sehr hell. Zwey Schriftzüge des Mondes zusammen werden ausgespro— chen Pün und bedeuten: Freund, das ist eine seltene Er— scheinung u. s. w.
Hieraus kann man sehen, welche große Erleichterung allen andern Völkern die Einführung eines Alphabets ge— währt. Durch 20 oder 30 Zeichen besitzen wir eine reiche und sehr wohlgeordnete Sprache; während der in seinen erb— lichen Gewohnheiten hartnäckig beharrende Chineser mehr als 20000 verschiedene Schriftzüge erlernen muß. Ein Wörter— buch, das hundert Theile enthält, ist gar noch nicht vollstän— dig, und zur gründlichen Kenntniß der Sprache, in ihrem ganzen Umfange, reicht kaum ein ganzes Menschenleben hin: Ars longa, vita brevis.— Es ist schon bekannt, daß die Chineser ihre Schriftzüge in senkrechten Zeilen von oben nach unten, und überdieß, wie die Hebräer, von der Rechten zur Linken, schreiben.
Die manshurische Sprache ist durchaus nicht schwer zu lernen. Gleich den übrigen asiatischen Sprachen hat sie ein Alphabet und eine Grammatik; sie ist der mongolischen sehr ähnlich, aber weit wohlklingender in der Aussprache. Die Manshuren waren, nach der Eroberung China's im J. 1644 genöthigt, ihre arme Steppen-Sprache zu vervollständigen, und sie zur Vollkommenheit, nach den Regeln chinesischer Wohlredenheit, zu bringen. Aber in dem Laufe eines 1765 jährigen Aufenthalts unter einem zahlreichen und ziemlich aufgeklärten Volke, haben die Manshuren, zugleich mit ihrer Lebensweise und andern Gebräuchen, sich mehr an die Sprache
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