Teil eines Werkes 
2 (1825) Aufenthalt in Pekin
Entstehung
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23 N zufolge der Art, wie man es ausspricht, weicher oder här b ter, gedehnter oder kürzer. Zur genauern Bestimmtheit al 1 les Oben gesagten muß man nicht nur von der Natur eine 0 große Geschmeidigkeit der Kehle und des Mundes erhalten l haben, sondern überdieß noch ein feines wahrhaft mongo

0 lisches Gehör). Es versteht sich von selbst, daß daraus für den Fremden zahllose Mißverständnisse entspringen. Ein Missionar aus dem Orden der Jesuiten verlangte, als er in China war, einen Pelz, und nannte ihn Pia o anstatt Piao; aber, zu seinem Erstaunen, erschien vor ihm ein junges Mädchen. Einem andern gab man anstatt Salz ö jang, Tabak, der auch jang heißt. Um ähnlichen Dop pelsinn zu vermeiden, schreibt der Chineser, wenn er sieht, daß er nicht recht versteht, oder daß andere ihn nicht ver⸗ stehen, das nöthige Wort mit dem e in die Luft, auf den Tisch u. s. w. und da jedes Wort sein besonderes Zei chen hat, so versteht einer, der des Lesens kundig ist, ihn sogleich. Aus diesem Grunde sind zwey Sprachen entstan den: 1) eine Schrift sprache, und 2) eine Laut sprache, eigentlich die Sprache der Unterredungen. Aus dieser letzten sind wieder zwey besondere entsprossen: a) die Sprache, welche die Gelehrten, die obersten Staatsbeamten und über⸗ haupt die wohlerzogenen Leute sprechen; und b) die, welche das gemeine Volk gebraucht. Doch wollen wir auch gestehen, daß bey keinem an 0 dern Volke die Schrift dem Gedanken so dicht nachfolgt, und daß man nirgends, aus einer nothwendigen Folge, die Sachen so sehr zugleich mit dem Erlernen des Lesens ken

) Ein Mongole, der sich mit dem Ohre auf die Erde legt, oder gegen den Wind steht, sagt, in welcher Gegend, und wie viele Klaftern entfernt, Pferde gehen eder lausen, und wie groß ihre Anzahl ist. A. d. V.