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gegangen war. Dem zufolge hatte der Wan von Urga Jun— dun Dordshi, der nicht wünschte, unsere Regierung durch unsere Rückkehr nach Kiachta zu beunruhigen, dem Gerichts— hofe der auswärtigen Angelegenheiten in Pekin vorgestellt, daß die russische Mission noch in diesem Jahre in Pekin. ankommen könne, doch nur nach Ablauf der chinesischen 100tägigen Trauer. Fremde in die Hauptstadt vor dieser Zeit einzulassen, schien dem Wan der Politik zuwider, denn die Russen, die sich fremden Sitten nicht unterwürfen, könnten beym Einzuge in Pekin eine Kleidung anhaben, deren Zeug und Farbe nicht mit den Regeln der chinesischen Trauer überein stimmte. Den hiesigen Gebräuchen gemäß müssen Leute jedes Standes, um ihre Betrübniß über den. Tod naher Anverwandten, und noch mehr des Kaisers, zu erkennen zu geben, außer andern äußerlichen Zeichen der Trauer, Kleider von weißer Farbe, und eine Fußbekleidung von grobem baumwollenen Zeuge, d. i. Nanking, anstatt der sonst gewöhnlichen von seidenen Geweben, tragen. Den 6. Dec.(18. Dec. N. St.) Um 12 Uhr nach der Messe versammelten sich alle Mitglieder beider Missionen bey dem Pat. Archimandriten Peter. In dieser Versamm— lung zeigte der Vorsteher der vorigen Mission an, daß er aus der chinesischen Sprache in die russische eine Geschichte von China und eine vollständige Erdbeschreibung aller die— sem Reiche unterworfenen Länder übersetzt habe, eine be— deutende Arbeit, die vorzüglichen Nutzen bringen könnte. Er äußerte seinen eifrigen Wunsch, nach der Rückkehr ins Vaterland, seine Bemühungen auf die vollendende Bearbei— tung dieser Uebersetzungen zu wenden. Im Gespräche bat ich den Pater Jakinf, uns irgend etwas von seinen erwor— benen Kenntnifssen der Sprache und Lage China's mitzu— theilen. Er versprach die Mission mit von ihm selbst ab⸗
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