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den Palästen der Großen, werden hier aus Backsteinen nur ein Stockwerk hoch und im Innern des Hofes erbaut, der immer mit einer hohen steinernen Mauer umgeben ist, so daß man von der Straße nur die Dächer sieht. Kauf— mannsgewölbe, die bey den Häusern erbaut werden, machen davon eine Ausnahme. Große Fenster, mit Papier ver— klebt,(in den Zimmern unsers Klosters sind die Fenster aus Frauenglas), nehmen die ganze Vorderwand des Hau— ses ein, die immer, wo es nur der Platz erlaubt, gegen Süden gekehrt ist. Die Zimmer sind ziemlich hoch, die Wände mit weißen und bunten Papiertapeten überklebt. Ueberdieß kann man auf denselben, fast in jedem Hause, in jedem Gewölbe oder Bude, ja auch in dem kaiserlichen Hofe, irgend denkwürdige Sprüche von Weltweisen und Dichtern, in chinesischer Sprache mit künstlichen Zügen, auf weißem, rothen oder andersfarbigem Papier geschrieben se— hen. Diese Inschriften sind unter dem Nahmen Duidsü bekannt. Die Thüren und Verschläge oder Scheidewände im Innern der Zimmer sind, bey wohlhabenden Leuten, aus theuren Holzarten, z. B. Kampherholz, Cypressenholz u. s. w. geschnitzt. Außer dem schönen Anblicke, den sie gewähren, erfüllen sie auch die Zimmer mit einem angeneh— men Geruche; Tische und Stühle, aus gutem Holze ge— macht, glänzen unter einem Spiegellack. Große Häuser bestehen aus einer ganzen Reihe Zimmer; vor diesen ist eine bedeckte Gallerie auf Säulen, durch welche man aus einem Zimmer in das andere kommen kann, da diese keine weitere Gemeinschaft unter sich haben. In den Zimmern machen sie keine Oefen, sondern heizen sie mit Steinkohlen, die in besondern kupfernen Gefäßen, oder in Gruben glimmen, die eigends unter breiten steinernen Divans angelegt sind. Diese letztern sind gerade unter den Fenstern, oder werden
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