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Zweytes Kapitel. Tagebuch im December(A. St.) 180.
Nach unsrer Ankunft in Pekin wurde den 2. Dec. (14. Dec. N. St) um 10 Uhr des Morgens, von der neuen Mission Gott dem Herrn, durch dessen mächtige Hülfe wir das Ziel unserer Reise erreicht hatten, ein Dankgebet dargebracht. Beym Herausgehen aus der Kirche kam dem Pater Archimandriten Peter der 65jährige Manshure Iken— g(Ikenhé), auf Chinesisch Ißännschen) entgegen, ein hinfälliger, und wie es bemerkbar war, sehr armer Greis. Er befindet sich schon 40 Jahre bey den Russen als Privatlehrer der manshurischen und chinesischen Sprache, außer zwey von der Schatzkammer besoldeten Lectoren, die von der chinesischen Regierung angestellt werden. Ißänschen war Lehrer des Pater Peter, so wie auch der Herren Li— powzow und Nowoßelow; er blieb in dieser Eigenschaft auch bey den Studenten, die seit 1808 in Pekin lebten.
Am Morgen machte ich durch Hülfe des Hrn. Ssi— pakow, Studenten der vorigen Mission**), der bey allem, was wir mit Chinesern zu thun hatten, uns als Dolmetscher diente, den Abschluß der Rechnung mit dem Podrädshik, der die Mission von Chalgan nach Pekin gebracht hatte. In Pekin gebraucht man bey allen Han— dels- und Privatangelegenheiten das Gewicht, Jerlämpin genannt. Nach diesem Gewichte ward, auf Rechnung der nach der Uebereinkunft noch rückständigen 100 Lana, an
*) J ist sein abgekürzter Familiennahme; und ßännschen be— deutet gelehrt; ein sehr angesehener Titel in Ehina. A. d. V. 5) Jetzt Collegien-Assessor und Dolmetscher der mänshurischen und chinesischen Sprache bey dem asiatischen Departement der auswärtigen Angelegenheiten. A. d. V.
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