Teil eines Werkes 
2 (1825) Aufenthalt in Pekin
Entstehung
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Schriftstellern der übrigen Nationen, die Dictator-Stimme zu behaupten. Diese Bemühungen indessen können kaum den gewünschten Nutzen bringen; denn es fehlt dabey der hauptsächlichste, feste Grund, der in treuen Uebersetzungen der chinesischen Geschichte und Erdbeschreibung aus den Ur schriften liegt. Die Uebersetzungen der Jesuiten kann man nach der Aeußerung sachkundiger Männer, mit mehrerem Rechte als Auszüge aus chinesischen Büchern oder als Pa raphrasen betrachten; dabey sind sie größtentheils in je nen Zeiten gemacht, da die chinesischen Buchstaben als ziemlich dunkle Hieroglyphen vorgestellt wurden. Man muß hoffen, daß die Engländer, die jetzt sich fleißig mit Erler nung der chinesischen Sprache beschäftigen, aus politischen Absichten, und aus Liebe zur Genauigkeit, auch hierin große Fortschritte aufweisen und nützliche Entdeckungen machen werden.

Mit diesen wenigen Worten wünschte ich einen Wink zu geben, woher es kommt, daß man in Europa so man gelhafte oder oft verkehrte Begriffe von China hat. Hierbey kann ich nicht verschweigen, daß, um unsre unvollkomme nen Kenntnisse davon zu vervollständigen unser Vater land die allerbequemste Gelegenheit hat, durch die Mitglie der unsrer Mission in Pekin. Da sie in der Hauptstadt China's einige Jahre verleben, und sich, so zu sagen, in dem Mittelpunkte der Volksaufklärung befinden, haben sie, bey der freygebigen Unterstützung ihrer Regierung und der bekannten Mitwirkung der chinesischen, Zeit und Mittel, sich gründliche Kenntnisse in der Sprache zu erwerben, und dadurch eben sich selbst und ihre Landsleute mit der Ge schichte und Erdbeschreibung China's bekannt zu machen, genaue Nachrichten von der innern Lage des Reichs, von den Gesetzen und von dem, was die Regierung wirkt, ein

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