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die in höchst dürftigen Steppen umherziehen; Völker, für welche mehr oder weniger grasreiche Weideplätze als Kom— paß bey ihren Nomadenwanderungen dienen, und die einst in allgemeiner Waffenrüstung daher stürmten, um friedliche Stämme zu vernichten. Kaum hatten wir die todte Steppe Gobi verlassen, und waren aus der hochliegenden Mongo— ley in die erste chinesische Stadt Chalgan hernieder gestie— gen, so fanden wir ein angebautes, ruhiges, wohlgeord— netes Reich, dessen Bewohner eine äußerliche Aehnlichkeit mit den schon uns bekannten Mongolen haben.
Was für ein Reich schließt denn diese merkwürdige Gegend im Osten der alten Welt in sich? Hat etwa die gatur, vor allen übrigen Ländern Asiens, China, als ih— ren Liebling, mehr mit ihren Segnungen überschüttet? Machen die Einwohner desselben, ungeachtet der großen. Aehnlichkeit mit den Mongolen, wirklich ein ganz verschie— denes, mit ungewöhnlichem Geiste begabtes Volk aus? Uebertrifft der Anbau desselben alles was Staatswirthschaft vermag, und steht es auf einer höhern Stufe der Bildung als unser Theil der Welt? Blüht das Volkswohl— der Hauptzweck aller bürgerlichen Gesellschaften— dort nicht etwa schon besser, als in Europa?
um diese Fragen mit einiger Bestimmtheit zu lösen, konnen nicht nur die früheren Nachrichten der Jesuiten über China dienen, sondern auch die Berichte der neuesten engli— schen Gesandtschaften an den Hof von Pekin, nämlich: die des Lord Macartney in den J. 1792, 93 und 94, von Staunton herausgegeben, und in russischer Sprache zu Mos— kwa 1804 gedruckt; eben so auch die Gesandtschaft des Lord Amherst, herausgegeben von Ellis, aber noch nicht ind Russische übersetzt.


