Teil eines Werkes 
2 (1825) Aufenthalt in Pekin
Entstehung
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Aber auch jener treffliche Schöpfer dieses reizenden Gemähldes des entfernten China's scheint selbst einzusehen, wie wenig diesem das jetzige Urbild gleicht. Bey all' dem, ungeachtet der mannigfaltigen Einwürfe gegen das oben gesagte über China, bleiben noch einige Umstände, welche die Aufmerksamkeit jedes Europäers auf eine nähere Kennt niß dieses Reiches hinziehen.

Welcher Reisende wird nicht staunen, wenn er, nach lange dauernden Anstrengungen bey dem Durchgange durch ermüdende Steppen, dichte Wälder oder über gefahrdrohende Meere, mit einem Worte, nach allem dem, wodurch eine ode, wilde Natur seine Schritte hemmte, und seine Reise mühevoll machte, auf einmahl sich in einem wohleingerich teten Lande sieht, welches in unabsehbaren Dörfern und geräumigen Städten ihm Millionen von Menschen darstellt, die ruhig alle Bequemlichkeiten des Lebens und der bürger lichen Ordnung genießen?

Wirklich war ich selbst in einer ähnlichen Lage. Ge gen Nord und Nordwest umgeben China halbwilde Völker,

rühren, als China in viele kleinere Fürstenthümer(die als Appanage den verschiedenen Fürsten gegeben waren) zerstückt war, unter denen das Gebiet des ältesten oder Großfürsten in der Mitte der übrigen lag. Wie dem auch sey, die Chineser geben sich selbst den Titel Oshunho-shing, das Volk des in der Mitte liegenden Reiches, so auch Min shing, Changshing, das ming'sche, change sche Volk(Chinenses oder Chanenses). Diese beiden Benennungen sind von ehemahligen in China herrschenden Häusern entlehnt, wovon das letzte von 206 vor Chr. G. bis 22 nach Chr. G. bestand. Die Manshuren nannten die Chineser Nikang, und dieser Nahme wird jetzt vorzugsweise gebraucht. Das Wort Kit ai) ist mongolisch und für die gebornen Chineser kränkend; denn es bedeutet, wie man sagt, ein Land der Sklaven; eine Beuennung, die ihnen Dshingis-Chan gab A. d. V. ) Der russische Nahme China's. A. d. U.