Teil eines Werkes 
1 (1825) Reise nach Pekin
Entstehung
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sehbare Ebene. Das mit Schnee bedeckte Gebirge Dsiui jun blieb hinter uns; ein Theil der Berge ging nach Osten, der andere nach Westen in einer hohen Schicht. Die Schluchten und der Boden der südlichen Seite sind mit Fruchtbäumen bedeckt; und tiefer unten, sind an dazu schick lichen Stellen, Felder zum Reiße gereinigt. Diese Berge sind noch dadurch merkwürdig, daß sie von Norden nach Süden zu die ersten sind, auf denen es Tieger, Panther und bunte wilde Ziegen giebt.

Hier fängt die Ebene von Dshili(so heißt die ganze Statthalterschaft) an. Sie ist musterhaft bearbeitet. Einige Geologen bemerken, daß dieser nordöstliche Theil China's sich später als die übrigen höheren Gegenden des Erdballs gebil det habe, und daß er bloß aus aufgehäufter Erde bestehe, die durch die von benachbarten Bergen herabstürzenden Ströme dahin geschwemmt sey. Diese Erde setzte sich anfangs am Fuße der Berge, und zwang nach und nach das Meer sich zu entfernen, das einst sie bespülte, und jetzt schon von hier auf 150 Werste(21 d. M.) in gerader Richtung gegen Osten liegt. Der Grund dieser Ebene ist Sand mit Lehm vermischt. Man sieht viele angebaute Oerter auf dieser Ebene; die Häuser sind von Bäumen umgeben; auf allen Seiten erblickt man große Wälder von Weiden, Cppressen, Wacholdersträuchen, Wallnußbäumen u. s. w. Der Weg windet sich zwischen Ackerfeldern hin, auf denen man die Grabhügel der Bewohner, die in der Gestalt kleiner Kegel aus Backsteinen, oder auch aus bloßer Erde errichtet sind, bemerkt. Das sind die Todtenäcker, zu deren Anlegung der Chineser, nach der Religionsvorschrift des Konfucius, nichts spart, und die eifrigste Sorgfalt für die unverletzte Erhal tung dieser geheiligten Zufluchtsörter trägt.