Nach unsrer Abreise aus Juiling naheten wir uns einer di Bergreihe, die von Süden her die Ebene umschließt, auf wel— 0 cher wir von der Festung Dsimin si hergekommen waren. N Das Land ist hier mit Kieseln, die von den Bergströmen her— abgespült sind, bedeckt, und Ackerfelder bemerkt man hier 2 gar nicht. Ja
Endlich sahen wir am Fuße hoher Berge einige ver— 10 fallene Thürme. Und dort, auf dem Gipfel des von Wolken 1 umschatteten Gebirges windet sich, gleich einem furchtbaren fh. Drachen, ein gezackter Streifen eines ungeheuren Baues. ng Das ist die berühmte chinesische Mauer, groß durch die and Arbeit die sie kostete und durch ihre Bestimmung; einzig in gl
ihrer Art als ein Werk menschlicher Hände. Dieses ewige Denkmahl, stolz sich auf unersteiglichen Bergen erhebend,
0 trift mächtig die Blicke des Ausländers, hemmt seine Schritte 0 und versetzt ihn unwillkührlich in Nachdenken über das Außer— 10 ordentliche, hervorgebracht von einem ungewöhnlichen Volke. 0 In jenen Seiten, als eine geschickte Vertheidigung durch 0 Verschanzungen noch gar nicht bekannt war oder in großer 90 Unvollkommenheit angewendet wurde, war der Gedanke— vor den plötzlichen Einfällen eines räuberischen Volkes durch eine lange, starke und hohe Mauer sich zu schützen, sehr f gegründet. Das Alterthum stellt uns viele Versuche dieser n Art bey den Aegyptern, den Medern und Syrern dar. In aaf Europa sehen wir sogar ein Beyspiel an der Mauer, die m auf Befehl des Kaiser Severus von den Britten, oder viel— fl mehr von den Römern, die in Britannien herrschten, aufge— 0 führt wurde. Sie erstreckt sich von Carlisle in Cumberland U bis nach Neweastle an der Tine in Northumberland, 80 0 englische Meilen(ungefähr 16 d. M.) in der Länge, und 1 hat 12 Fuß Höhe und 9 Fuß Dicke. Aber wie unbedeu— tend ist dieser ubrigens ziemlich große Bau der Römer gegen 1 1— 13


