Druckschrift 
Nachrichten über die Königliche Landwirthschafts-Schule in Weihenstephan und über das dort eingeführte Thaersche Ackersystem : mit einem Plan / hrsg. von Max Schönleutner
Entstehung
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Vor goder 12 Monaten kommen die jungen Kälber wenig aus dem Stalle, und wenn sie zu gewissen Zeiten auf den Hof oder den Viehplaz gelassen werden, so ge schieht dieses nicht um zu weiden, sondern bloß um sich etwas die Beine zu vertreten. Sie wachsen aber den noch ausserordentlich, gedeihen zusehends und gehen in einen Zustand von Wohlleben über, welcher von allen, die dieses Jungvieh sehen, bewundert wird.

Die Behandlung der zur Aufzucht bestimmten Käl ber von der Geburt bis zum Eintritte in das zweite Jahr ihres Lebens ist folgende: das zur Zucht ausge wählte Kalb wird 6 und auch 8 Wochen bei der Mutter gelassen, unter 6 Wochen wird nie ein Kalb zurückge stellt. In den ersten drei Wochen wird das Kalb des Tages dreimal, Morgens, Mittags und Abends los gebunden und zum Eiter gelassen, der Kuh aber ne benbei noch immer etwas Milch genommen, damit das Kalb auf einmal nicht zu viel zu sich nehmen könne, wovon gewöhnlich der Durchfall zu entstehen pflegt; in der vierten Woche ist aber diese Vorsicht nicht mehr ndͤ thig, und dem Kalb steht es frei, nach Gefallen an der unberaubten Mutter zu trinken. Von dieser Zeit bis zu dem Zeitpunkte des Abnehmens bleibt dasselbe ganz seiner Willkühr überlassen; es mag springen, schlafen, an der Mutter trinken, oder mit in der Krippe naschen, gleich viel. Nach 6, 7 oder 8 Wochen wird das Kalb zurückgestellt, und in einem zwar abgesönderten, jedoch in dem nämlichen Stalle befindlichen Plaze unterge bracht. Die Mutterkühe, welche nicht anders als froh