Druckschrift 
Nachrichten über die Königliche Landwirthschafts-Schule in Weihenstephan und über das dort eingeführte Thaersche Ackersystem : mit einem Plan / hrsg. von Max Schönleutner
Entstehung
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Das Melkvieh ist bei der königlichen Landwirth⸗ schafts-Administration in Weihenstephan der erste und vorzüglichste Theil des landwirthschaftlichen Nuzviehes. Dieses besteht nicht aus Schweizer- oder Tirolervieh, und die wenigen Stücke von Gebirgsart welche das In stitut von dem aufgelößten Kloster Inderstorf übernom men hatte, wurden im Jahre 1805 die Beute der Lungenseuche. Seit dieser Zeit enthält der ganze Vieh stappel nur inländisches Vieh, und Stücke von eigener Nachzucht; denn man wollte das Beispiel vor Augen legen, daß zur Erlangung eines schönen und kräftigen Schlages Vieh es nicht nöthig sey, fremde Racen um schweres Geld sich anzuschaffen, sondern daß man auch von eigenem Vieh, bei schicklicher Auswahl und Wartung eine vollkommenere und bessere Nachkommenschaft er warten könne. Die königliche Administration kann hier über gewiß nicht verwerfliche Beispiele vorzeigen, und diese werden in der Folge noch auffallender werden, wenn es ihr möglich seyn wird, die inländische Race durch Kreuzung mit Stieren eines grösseren und besseren Schla ges noch mehr zu verbessern und zu vervollkommnern.

Daß es bei der Stallfütterung möglich sey, ge sundes, kräftiges und noch schöneres Vieh als bei dem Weidegange nachzuziehen, was von so vielen bezweifelt, und als erstes Hinderniß gegen die allgemeine Einfüh rung der Stallfütterung angeführt wurde, hat die nigliche Administration durch den erzielten Schlag zur Evidenz erwiesen. Von 30 Stücken welche in einem Zeitraume von 4 Jahren abgesezt, und zur Zucht bestimmt