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426 Finanzzustand
aber zwei ganz verschiedene Fragen: Ist es überhaupt möglich, das Defizit der Französ Finanzen zu decken? und: Wodurch kann das bisher Statt habende Defizit sogleich gehoben verden? Die Exörterung der letzten Frage ward eigentlich von Neckern verlangt; und wenn er sie zu geben nicht im Stande war, so mußte er dies sagen, und den Ständen da— bei zu ihrem Troste eine entfernte Hofnung
zeigen, dure
h gute Ordnung dies Destizit aus dem Wege zu räumen.
Necker scheint mir in diesem ganzen Theil seiner Rede als Privatgelehrter und Schrift— steller zu sprechen, der gute Kenntnisse von den Französischen Finanzen hat, der das Übel das diese Finanzen drückt, kennt, und aus seiner Studierstube allerhand Vorschläge thut wie demselben abzuhelfen seyn mögte. In dieser Rücksicht hat auch dieser Theil der Nek—
. 25 kerschen Rede einen ungezweifelten Werth.
Allein dies war ja nicht die Rolle, in
welcher er auftreten sollte. Er mußte als Fi
nanzminister erscheinen; und da mußte, mei— ner Meinung nach, seine Rede eine ganz andre Wendung bekommen. Ein Staatsmann, der
in einer Versammlung von Ständen auftreten


