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zwey bis vier Joch das ganze Eigenthum, oder vielmehr die ganze Pachtung eines Bauern seye, worauf er mit seiner Familie lebt, und von dem Er— trag dieses winzigen Guts noch die Hälfte seinem Herrn abgeben müsse. Man kann also schliessen, wie angestrengt die Industrie des Volks, und wie erträglich der Boden seyn müsse, dieses bestreiten zu können.
In unseren Zeiten, in denen es dem aufgeklär— teren Theil der Menschen nicht mehr zur Schande gereicht, sich mit der Landwirthschaft abzugeben, wo dieses Gewerb sich in ein wissenschaftliches Ge— wand zu hüllen, und nach Principien ausgeübt zu werden anfängt; wo englische und niederländische Landwirthschaft zu studiren an der Tagesordnung ist, ist es gewiß eben so interessant als nüzlich, sein Augenmerk auf ein Land zu richten, das seines clas⸗ sischen Bodens, seiner Bevölkerung und Industrie wegen von jeher berühmt war. Interessant wird es uns seyn, seine Aufschwemmungen, Bewässerun— gen, seine mit Gräben durchschnittenen und mit Weinreben, die als Guirlanden von einem Baum zum anderen hängen, eingefaßten Felder, die Kul— ur derselben, die Behandlung ihrer Weinreben, der Kastaênien, aus denen sie Mehl machen, und so viele andere Dinge kennen zu lernen. Nüzlich ist das Studium der Landwirthschaft einer ganzen Na⸗ tion dem Oekonomen jederzeit; es klärt ihn, so wie hier der Fall ist, über mäncherley landwirthschaft— liche Operationen, über Dünger-Surrogate, Frucht-⸗ wechsel, Rebenschnitt u. s. w. auf, und erweitert seine Kenntnisse.
Dies waren die Ursachen, die mich bewogen, eine Uebersetzung dieses für italienische Agrikultur classischen Werkes vorzunehmen. Nun noch einige Worte über meine Bearbeitung derselben.
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