Allgemeine Betrachtungen. 3
schränkt, den gesellschaftlichen Körper vor hemmenden und störenden Zufällen zu bewahren, die Bevölkerung
und die Wohlfahrt der Staaten die raschesten Fortschritte macht.
Die künstliche Organisation der Staaten wechselt mit den Zeiten und den Orten; die natürlichen Gesetze dagegen, kraft welcher sie bestehen, sind in allen Ländern und zu allen Zeiten stets dieselben. Sie waren bei den Alten, was sie jetzt sind; nur kennt man sie heutzutage besser; das Blut in den Adern eines Türken bewegt sich nach denselben Gesetzen, wie dasienige in den Adern ei— nes Canadiers; es kreiste in den Adern der Babylonier, wie in den unsrigen, aber erst seit Harvey's Zeiten kennt man seinen Kreislauf und die Funktion des Herzens. Die Capitale förderten die Industrie der Phönizier eben so, wie sie die der Engländer fördern; allein nur seit ei⸗ nigen Jahren kennt man die Natur der Capitale, erst seit kurzem weiß man, wie sie die Wirkungen hervor— bringen, die wir beobachten, und die die Alten, wie wir, sahen, sich aber nicht erklären konnten. Die Natur ist alt, die Wissenschaft neu. Die Kenntniß dieser natürli— chen und unveränderlichen Gesetze, ohne welche die mensch— lichen Gesellschaften nicht bestehen könnten, bildet nun diejenige neue Wissenschaft, die man National-Oekono— mie nennt. Sie ist eine Wissenschaft, weil sie nicht aus erdachten Systemen, aus willkührlichen Organisations— Planen, aus grundlosen Hypothesen, sondern aus der Erkenntniß dessen, das da ist, und aus der Erkenntniß der Thatsachen, deren Wirklichkeit sich nachweisen läßt, erwächst.
Die National⸗Oekonomie ist eine neue Wissenschaft.
Dugald Stewart folgert, wie ich glaube, aus einer sehr richtigen Bemerkung nicht Alles, was sich daraus 1 V


