Teil eines Werkes 
1 (1807) Anleitung zur Kenntniß der belgischen Landwirthschaft. 1
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

jenes sey, und die Antwort auf gerade und ungerade in mein Taschenbuch einzuschreiben, welches beym Reisen so gewöhnlich, für den Reisenden so gemächlich, und dem keser so unnütz und nachtheilig ist... Ich eilte also weniger mit der Post, und wählte mir von Zeit zu Zeit einen Stand-oder Ruhepunkt, aus dem ich, wie aus einem Centrum, die Gegend umher be⸗ trachtete. So hielt ich mich eine geraume Zeit in Alost, Voorde, St. Nikolas, Antwerpen, West malle und Contigh auf... Schade nur, daß mich das unerbittliche Wetter so oft, besonders in Flan⸗ dern, verfolgte.

Es ist unbeschreiblich, mit welcher Vorsicht und Klugheit derjenige in einem fremden Lande zu Werke zu gehen hat, der einen Bauer ausfragen soll: Wie groß ist dein Pachthof? wie hoch der Zins? wie schwer die Contribution? Wie viel Scheffel Rog⸗ gen und Hafer ärndtest du wohl im Durchschnitte? und zwanzig solcher Fragen, wobey man nur von der Seite angesehen werden kann, oder beynahe sicher ist, belogen zu werden... Oft hielt man mich für einen Spion der Regierung, der nur nach dem reinen Er

trag forschte, um die Contribution nach der Hand

her anzusetzen; oft für einen Ankäufer von National gütern, der das Versteckte aufzudecken, oder den wah⸗ ren Werth eines Landes zu erfahren wünscht, um sich bey dem Ankaufe oder dem Vermiethen desselben da nach richten zu können... Ich hatte also alle Mühe, meine Leute zu überreden, daß der Zweck meiner Reise

3 etwas