Druckschrift 
Zwei Preisschriften über die eigentliche Beschaffenheit und Erzeugung der erdigen Bestandtheile in den verschiedenen innländischen Getreidearten / von Johann Christian Carl Schrader, und Joh. Samuel Benj. Neumann. Hrsg. von der Königl. Akademie der Wissenschaften zu Berlin
Entstehung
Einzelbild herunterladen

162

Sande, stärkere Schüsse thun, als sie in einem für sie zubereiteten Lande im Freien machen würden, sieht man es ihnen an, dafs sie nicht in der rechten Lage sind. Sie scheinen sich nach der Gegend hinzu- Strecken, von wo aus etwas gesunde Zugluft auf sie zustölst; sie haben, statt der frischen und grünen, die matte gelbe Farbe, sie sind welk und weichlich zart, und genielsen doch die Hauptpflanzennahrung im Ueberflusse, Gesetzt, sie ständen in einer für sie schicklichen Erde, in welcher sie allerdings geschwin- der und höher wachsen, als im Freien, wo sie von der des Nachts oft zurückkehrenden Kälte aufgehal- ten werden, da sie dort in der nämlichen Temperatur bleiben: so sind sie doch allemal dem Ansehn nach schlechter, dem Wuchse nach zarter, und dem Ge- schmacke nach wässeriger und kraftloser, als zu ihrer Zeit im offnen Lande, Da die Pflanzen die Luft ver- bessern: so benehmen sie ihr den Kohlenstoff, und ersetzen ihr das fehlende Oxygen; folglich zerlegen sıe die sie umgebende Luftart, und werden darum in den Kellern von einer schlechtern Beschaffenheit ge- funden, weil sie das Oxygen in der gehörigen Mi- schung mit Azote, wie es in der gewöhnlichen Luft ist, zu wenig, und dagegen des Kohlenstoffs zu viel haben. Auch im Schatten der Gebäude und unter Bäumen, sind sie nicht am rechten Orte. Wenn sie auch im Schatten stärker wachsen und frischer aus- sehen: so werden sie doch unvollkommner sein, ge- ringern oder schlechtern Samen tragen, weil sie des

erforderlichen Lichts entbehren, und weil die Bäume

ihnen Nahrung rauben, mit stärkerer organischer 5 5