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hat, um sich von dem Gehalte jenes Systems in rein philoso⸗ phischer Hinsicht zu überzeugen.
Gerade weil die Regierungen die öffentlichen Schaufpint⸗ nicht mehr als Sorge des Staats betrachten, wurde ihr wohlthätiger Einfluß großentheils vernichtet; denn gerade demjenigen Theile der Nazion, der für das Edle und Gute noch rein empfänglich ist, ist auch der Zutritt geschlossen.
Nur auf jenen für den Effekt des Schauspiels rein empfänglichen Theil des Publikums kann aber die Bühne jene große elektrische Schläge bewirken, durch welche dieser wohlthätige Einfluß sichtbar wird.
Sobald die Schauspiele in Privatunternehmungen über⸗
giengen, war auch ihre Nazional-Oekonomistische Tendenz
verloren. Der Zweck der Sittenbildung konnte höchstens nur Nebenzweck werden. Die Privatunternehmungen sahen sich zu ihrer eigenen Erhaltung gezwungen, den menschlichen Leidenschaften zu schmeicheln, und die Regierung mußte ihre Sorge einzig auf die Verhütung der sittlichen Nachtheile ein— schränken. Selbst die Tendenz, die Bühne zu politischen Zwecken zu benuzen, wie einst bey den Atheniensern die Lust— spiele des Aristophanes, und mehrere Trauerspiele des Euri— pides, Sophokles u. s. w. gieng verloren.
Wen man also die Bühne der Exaltation der Anschhten, Ideen und„Gefühle anklagt, so muß man den Grund dieser Anklage darin suchen, daß die Regierungen aufgehört ha— ben, sie als ein unmittelbares Staatsinstitut, zu Bildung der Nazionalsitten und des Nazionalcharakters zu behandeln, ihr also eine andre Tendenz aufdrangen. Denn an sich ist diese Exaltazion der Menschheit nothwendig. Das flache Menschendaseyn bedarf der Idealisazion, der Vergötterung. Sie allein giebt dem, was man Existenz nennt, Werth,
Dritter Band. 15
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