Teil eines Werkes 
Bd. 1 : Abt. 1 (1831) Elemente der technischen Chemie
Entstehung
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534 Kinbrennen der Farben, Vergolden. Frittenporzellan.

Geübte Augen erkennen an der Farbe der glühenden Muffel den Hitzgrad, und beurtheilen danach, ob die Farben gehörig geflossen oder nicht. Man bringt im obern gewölbten Theil der Muffel ein aufsteigen- des Rohr an, um den Oeldämpfen, so wie den sonstigen sich entwickeln- den Luftarten, einen Ausgang zu gewähren. Das Anfeuern geschieht mit trocknem Holz, auch mit Holzkohlen.

Unter der Muffel wird auch das Gold,(Platin, Silber) eingebrannt. Man bringt niedergeschlagnes reinstes Gold,(Platinoxyd, Silberoxyd) mit Spicköl: angerieben, zugleich mit einem Flufsmittel, meistens(5 bis.) Wismuthoxyd auf, und erhitzt dann das Geschirr unter der Mulfel bis der Flufs völlig geflossen und das Gold auf der Glasur gehö- rig befestigt ist. Die Vergoldungen werden dann entweder polirt, oder matt gelassen. Im ersten Fall wird mit einem Achat das Gold überall gehörig angedrückt, degrossir, und dann mit Blutstein polirt, brunir. Der Arbeiter falst das Geschirr mit einem leinenen Tuch an, weil der Schweils der Hände dem Glanz des Golds nachtheilig ist. Nicht selten soilen die Goldgründe matt bleiben und nur einige Zeichnungen in denselben glänzend hervortreten, diese werden dann mittelst Blutstein verzeichnet. Um einen gleichförmigen matten Grund zu erhalten, polirt man die Gold- fläche nur leicht und bringt das Geschirr nochmals unter die Muffel.

[ Einige Notizen über die Fabrikationsquanta an weilsern Porzellan in der königl. Porzellanmanufaktur zu Berlin, welche ich der Güte des Hrn. Geh. Bergrath Frick verdanke. Im Jahre 1829 wurden verarbeitet 5670 Gent- ner Porzellanerde, 1080 Cir. Feldspath, 209 Ctr, Sand, und 28681 Ballen Masse, zu 20 Pfd., gefertigt. Zu den Kapseln und Muffeln wur- den verbraucht 21000 Ctr. Thon, 24400 Ctr. Charmotte, daraus ge- fertigt 188000 Stück Tellerkapseln und 327000 Stück Schälchenkapseln.

An Porzellangeschirren wurden gefertigt: 745000 Stück von allen

Sorten, in Specte 430000 Stück Kaffeegeschirr, 133000 Stück Tafelge- schirr, 27000 Stück blau, schwarz und grün unter der Glasur bemalte Geschirre, bei 400 Bränden; Arbeiter waren 246; für verkanftes weilses Porzellan wurden eingenommen 136000 Rthlr. Seit 1822 bis 1829 einschliefslich sind 720000 Stück Teller gefertigt worden.]

In Berlin wird aufser dem Porzellan noch eine wohlfeilere Sorte Geschirr unter dem Namen Sanitätsgut, Gesundheitsgeschirr, fabrizirt; die Masse desselben ist ein Gemisch von Porzellanmasse und * feuerfesten Thon; sie wird aus freier Hand gedreht, daher die ein- zelnen Geschirre nicht so genau gleicher Grölse und Form sind, wie das Porzellan, aber, weil diese Arbeit schneller vollbracht werden kann, wohlfeiler. Die Glasur ist ganz dieselbe. Da jetzt die Preise des Porzellans bedeutend ermälsigt sind, so ist der Unterschied im Preis zwi- schen Gesundheitsgeschirr und Porzellan nicht mehr so grofs als früher.

b) Frittenporzellan.

Vorn Seite 524 ist bereits erwähnt worden, dafs das Frittenporzel- lan, porcelaine tendre, iron stone china, früher gelertigt werde, als das Feldspathporzellan. Es wird aus einem weilsen feuerfesen Thon init einem Zusatz von Glasfritte(kiesels. Kali, kiesels. Natron, sder bei- den zugleich) verfertigt, welche als Flufsmittel die Halbverelne das Weichwerden und Zusammenschweilsen bedingt.

[ Die Fritte verfertigte man zu Stvres aus 22 geschmolznen Salpeter, 12 Kochsalz, 3,6 spanischer Soda, 3,6 Alaun, 3,6 Gyps und 60 reinem Qnuarzsand von Fontainebleau; man läfst das Gemeng in Dickflufs kom- men, zerstöfst die Fritte zu einem feinen Pulver, wäscht es mit ko- chendem Wasser. Zu 75 Theilen dieser Fritte mischte man 8 Thl. ge- schlemmten weilsen Thonmergel von Argenteuil, und 17 Thl, Kreide.]

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