Teil eines Werkes 
Bd. 1 : Abt. 1 (1831) Elemente der technischen Chemie
Entstehung
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532 Porzellan, Eigenschaften desselben.

tigt. Ist das Gutbrennen vollendet, so werden alle Feuerungen dicht verstrichen, die Klappe im Schornstein geschlossen, bis der Ofen aach 3 oder 4 Tagen abgekühlt ist, darauf werden die Kapseln herausgenom- men, defourner, die Geschirre sorgfältig sortirt, die tadellosen theils als Weifsporzellan verkauft, theis noch auf der Glasur bemalt, vergol- det, diejenigen aber, die mit der Kapsel in Berührung waren, auf einer Porzellanscheibe abgeschliffen, und auf einer Holzscheibe polirt. Man pflegt auch auf die Stellen, die von Glasur entblöfst sind, eine sehr leichtllüssige Glasur aufzutragen, blane de gorge, und unter der Mullel einzubrennen. Dieselbe mufs möglichst gleiche Farbe mit der Porzel- langlasur besitzen. Die zurückgestellten mangelhaften Geschirre werden zerbrochen und zur Glasur vermahlen.

Das Porzellan besitzt eine angenehme weilse Farbe, die manchmal etwas ins bläuliche, graue, und gelbliche sticht, ist an dünnen Stellen durchscheinend, im Bruch flachmuschlig, feinkörnig, etwas fettglän- zend, saugt die feuchte Zunge nicht an, da die Masse nicht wie die des Steinguts und Fayences hartgebrannter Thon ist, sondern im Feuer halbgeflossen; davon rührt auch die Durchscheinenheit, der Klang, die Beschaffenheit des Bruchs ab. Die Glasur auf dem Porzellan bildet eine dünne Fläche farblosen Glases, welches durchsichtig die weilse Farbe der Masse durchscheinen lälst. Nicht wenig Porzellan wird unter der Glasur bemalt auch bedruckt(vergleiche den Artikelenglisches Steingut), zu welchem Endzweck man zeither blofs Chromoxydul, Uranoxyd und Kobaltoxyd als Pigmente wegen ihrer Feuerbeständigkeit hat anwenden können. Diese Art. Malerei, couleurs au grand feu, ist, da das besondere Einbrennen in der Muflel erspart wird, natürlich wohl- feiler als auf der Glasur, aber auch nur auf wenige Farben beschränkt. Was die zum Porzellanmalen nöthigen Farben betrifft, so vergleiche man das bei dem ArtikelGlas Seite 385 gesagte, welches auch für die Porzellanmalerei im Allgemeinen gilt. Das am häufigsten angewendete Flufsmittel ist Bleiglas, ein höchst basisch kiesels. Bleioxyd; bei ge- wissen Metallfarben setzt man noch etwas Borax hinzu. Die Mischung des Flufsmittels mufs so sein, dafs das dadurch geschmolzne Glas einen schnellen Temperaturwechsel eben so gut erträgt, als das Porzellan, und nicht rissig wird; ein zu grolser Zusatz von Flüssen macht die Porzellanfarben matt. Sämmtliche Flüsse müssen den Farben gleiche Schmelzbarkeit ertheilen, so dafs sie beim Einbrennen alle gleichzeitig in Flufs kommen.

[Die gebräuchlichsten Farben, couleurs de moufle, sind: Goldpurpur, ıman mischt ihn mit Fluls und malt mit dem Gemisch, ohne vorher den Farbstoff mit dem Flufs zusammenzuschmelzen. Es giebt ein schönes Purpurroth, erfordert sorgfältige Beobachtung der

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