Teil eines Werkes 
Bd. 1 : Abt. 1 (1831) Elemente der technischen Chemie
Entstehung
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928 Fabrikation des Feldspathporzellans, Drehen und Formen.

ten können. Hierdurch allein wird es möglich, gleiche Form und Gröfse zu erhalten, was bei dem Bearbeiten aus freier Hand nicht in demsel- ben Mafs erreicht werden kann. Sind es runde flache Gegenstände, wie z.B. Schüsseln, Teller, Tassen, so dreht sie der Arbeiter vor, und nachdem er sich eine hinlängliche Anzahl vorgedreht, bringt er sie in die Gypsformen, moulage a la housse, drückt sie mit einem Schwamm fest an, ‚und nimmt sie nach einiger Zeit, während der Gyps das Was- ser angezogen hat, und die Masse steifer geworden ist, vorsichtig heraus und dreht nun die innere Fläche bis zur hinlänglichen Stärke mit einer messingnen Schablone aus. Sind es flache Gegenstände und solche, die vermöge ihrer Form nicht gedreht werden können, als ovale 4 und 3 eckige flache\Waaren, so bildet der Arbeiter eine Platte, eröute, in- dem er auf einer Marmorplatte, oder einem mit einer Bleiplatte belegten Tisch über einem Stück feuchter Leinwand, coutil, zwischen zwei höl- zernen Linealen, die Masse mittelst eines Mangelholzes, billette, roulcau ausgleicht, um ein überall gleich dickes und ebnes Stück von hinläng- licher Gröfse zu erhalten. Dieses wird dann mit aller Vorsicht in die Gypsform eingetragen, damit die Luft entweiche, die sonst Blasen, soufflets, hervorbringt, die Leinwand abgezogen und die Thonplatte mit einem nassen Schwamm angedrückt, die vorstehenden Ränder aber mit einer scharfen Klinge abgeschnitten. Die runden Fülse werden aus freier Hand gefertigt und angesetzt. Sämmtliche Geschirre werden dann noch glatt gemacht und mit Schlicker, barbotine, gleichsam polirt. Runde und hohle Gegenstände, als Kaffee- und Theekannen, Vasen, werden aus freier Hand gedreht, nach Chablonen von Aufsen und von Innen bearbeitet und dann garnirt, d. h. mit Henkeln, Tüllen ete, ver- sehen. Figuren werden aus sehr vielen einzeln geformten Theilen zusammengesetzt.

Bei allen Gegenständen, welche gefertigt werde.a, ist die Schwin- dung, retraite, zu berücksichtigen, welche bei verschiednen Massen natürlich verschieden ist, sie beträgt für die Berliner Geschirmasse 1. der Dimensionen; danach müssen die Formen von Geschirren, de- ren Grölse bestimmt ist,* gröfsere Dimensionen erhalten. Die ferti- gen Gegenstände werden auf glatten Brettern, welche in Gerüsten auf- gestellt werden, in den Stuben, in denen das Drehen geschieht, lang- sam getrocknet, denn durch schnelles Trocknen würden sie leicht bersten.

Nachdem die Waaren lufttrocken sind, werden sie im Verglühofen ver- glüht, euire en degourdi; durchs Verglühen tritt keine merkliche Schwin- dung ein, die Masse wird aber so fest, dafs sie durch Berührung mit Was- ser nicht aufweicht, folglich ohne Gefahr glasirt werden kann.(Die zum

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