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Fabrikation des Feldspathporzellans, Massenversatz. 527
dem entbindet sich ein fauliger Geruch,(pourriture des pätes), Am- moniak,(über die Ammoniakbildung siehe oben Seite 245) Schwefel- wasserstoffgas durch das in dem Feldspath fein eingesprengte Schwefel- eisen entwiekeln sich, und die Masse läuft schwarz an, welche beide Erscheinungen beim Verarbeiten verschwinden.
Die Massenversätze sind in verschiednen Fabriken und zu verschied- nen Zwecken abweichend; die Masse, aus welcher man zu Sevres Tisch- geräth verferligt, wird aus 64 Theilen geschlemmten Kaolin von St. Yriex, bei Limoges, 10 Eh} geschl. Quarzsand von Aumont, bei Senlis, 6 Th. Kreide von Bougival, und 10 Th. feinen Sand, den man aus dem Kao- lin ausgeschlemmt hat, welcher ein Gemeng von Quarz und Feldspath ist, zusammengeseizt. Die Masse der pariser Fabriken besteht aus 8 Th. ugeschlemmten Kaolin und 2 Th. Feldspath.. In Berlin setzt man 323
Feidspath zur geschlemmten Porzellanerde von Morl.
[Folgende Angaben über die chemische Zusammensetzung von 3 Porzel- lanmassen sind von Berthier'). Masse von Sevres
von WVorcester aus Piemont.
Kıieselerde 59,6 77,0 60,0 Thonerde 35,0 8,6 9,0 Kalı 1,8_— Kalk 2,4 1,2 1,6 Magnesıa— 7,0 15,2 Wasser 0,8 5,6 13,6
99,6 99,4 yy,4
Das beste(ächte) englische Porzellan wird zu WVVorcester gefertigt, das übrige englische Porzellan ist eine Art Frittenporzellan,(siehe unten.) — Zur Verfertigung des piemontesischen Porzellans wird Magnesit von Baudissero, bei Turin, angewendet. Die Erfahrung hat gelehrt, dafs
wenn man als Flufsmittel Magnesiafossile anwendet, wie Talk, Speck-
stein ete., man eine zwar bei schwächern Feuersgraden sich gaar bren- nende Masse erhält, die jedoch eine ganz andere Schwindung hat, als
Feldspathporzellan, etwas durchscheinender, aber auch spröder ist, als
letzteres, daher viel Bruch veranlalst, und den Temperaturwechsel
schlecht verträgt.]
Die Bearbeitung der Masse, das Aufdrehen der Geschirre, ebau- chage, ist mit mehr Schwierigkeiten verknüpft, als die Bearbeitung der Steingutmassen, da diese bildsamer sind, als erstere und nicht so leicht bersten. Alle Porzellangefäfse, Geräthe, Zierrathen ete., werden in Gypsformen gefertigt, deren für jeden Artikel eine hinlängliche Zahl vorhanden sein müssen, damit die Arbeiter ohne Unterbrechung arbei-
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