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Theorie des Feuers. 11
ches sich mit der Säure zu einem Salz verbindet.(Methode Wasser-
stoffgas zu entwickeln).
[ Phosphor zerlegt die Kohlensäure nur dann, wenn eine Base(Natron, Kali) vorhanden ist, denn da die sich bilden sollende Phosphorsäure eine grölsere Verwandtschaft zur Base hat, als die mit derselben wr- bundne Kohlensäure, so wird, da eine Base vorhanden ist, der Phos- phor sich des Sauerstoffs der Kohlensäure bemächtigen und den Kohlen- stoff abscheiden,(Methode reinen Kohlenstoff zu gewinnen). Eben so wirken Bor, Silicium auf die Kohlensäure unter gleichen Umständen zersetzend ein.]
Es bleibt nun noch übrig, die in Folge ‚stattgehabter Bildungen neuer Verbindungen und Abscheidungen verbunden gewesener Stoffe eintretenden, dieselben begleitenden Veränderungen, die sich durch un- sere Sinne wahrnehmen lassen, kennen zu lernen.
Wenn sich zwei ungleichartige Körper mit einander verbinden, zeigt sich nicht selten Feuer, d.h. es wird Licht und Wärme entbunden; diese Erscheinung tritt um so stärker hervor, je bedeutender die gegenseitige Verwandtschaft der sich verbindenden Körper ist, je mehr die Um- stände solcher Verbindung günstig sind. Die Erklärung der Feuerer- scheinung ist von jeher den Chemikern eine Aufgabe von Wichtigkeit
gewesen, weshalb auch vielfältige Hypothesen aufgestellt worden sind.
[Stakl nahm in allen brennbaren Körpern einen eignen Brennstoff an, Phlogiston, welcher beim Verbrennen entweichen und als Feuer auf- treten sollte, während der Körper in einem ganz veränderten Zustand zurückbliebe, Lavoisier zeigte aber, dafs gerade umgekehrt die Feuer- erscheinung eintrete, indem sich ein brennbarer Körper mit dem Sau- erstoff der Luft vereinige, dafs also im Moment der Verbindung beider Feuer ausbricht, dafs der dadurch erzeugte Stoff aus beiden bestehe, Aber woher das Feuer, Licht und Wärme? Er glaubte, dafs, wenn sich z. B. Wasser- und Sauerstoff mit einander zu WVasser verbinden, wobei eine unglaubliche Hitze erzeugt, während eine wenig leuchtende Flamme gesehen wird, diese WVärmeentwicklung sich aus der vermin- derten Wärmecapacität des Produkts der Verbindung, also des VVas- serdampfs, im Vergleich mit den WVärmecapacitäten der beiden Bestand- theile des WVassers erklären lasse. Eine gleiche Erklärung glaubte er fürs Verbrennen des Kohlenstoffs aufstellen zu dürfen, er meinte, das Produkt der Verbindung desselben mit dem Sauerstoff, die Kohlensäure, habe eine geringere Wärmecapacität als die beiden Faktoren der- selben.
So lange nun nicht durch direkte Untersuchungen über die relativen Wärmecapacitäten der Naturkörper das Gegentheil erwiesen war, konnte Lavoisier’s Hypothese angenommen werden. Als aber die fran- zösischen Physiker De Laroche und Berard durch genaue Versuche


