Teil eines Werkes 
Bd. 1 : Abt. 1 (1831) Elemente der technischen Chemie
Entstehung
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12 Theorie des Feuers.

bewiesen, dafs die WVärmecapacität des WVasserdampfs gröfser sei, als die der Bestandtheile, so konnte man nicht mehr obigen Erklärungs- grund gelten lassen» Sie haben nämlich dargethan, dafs, wenn die Wärmecapacität der atmosphärischen Luft 1,000 ist, die eines gleichen Volums WVasserdampfs 1,960, eines gleichen Volums Sauerstoffgases 0,9765, und des Wasserstoffgases 0,9033 ist; nun besteht das VVasser aus 1 Volum Sauerstoffgas, dessen WVärmecapaeität= 0,9765 und aus 2 Volum WVasserstoffgas, deren WVärmecapacität= 1,8066, Summa beider VWVärmecapacitäten 2,7831. Da aber bei gleicher Temperatur das Volum des entstandnen Wasserdampfs gleich dem des Wasserstoff-

.-: 2,7831 gases ıst, so wäre demnach die VWVärme des VWVasserdampfes= E = 139155. Nun ist aber nach den angestellten Versuchen die VVär- mecapacıtät des WVasserdampfs 1,960, also müfste derselbe, wenn er aus den Bestandtheilen erzeugt wird, noch von aufserhalb Wärme auf- nehmen und binden, wogegen aber gerade erweislich ist, dals im Mo- ment der gegenseitigen Vereinigung beider Substanzen die gröfste Hitze hervorgebracht wird, die hervorzubringen ist, durch welche selbst Pla- tina geschmolzen werden kann.

Man suchte nun einen genügendern Erklärungsgrund für die Feuer- erscheinung, der auch zugleich die Entbindung von Licht mehr berück- sichtigte; man kam auf die Erklärung aus elektrischen Principien, wel- che Berzelius in neuerer Zeit aufgestellt hat.]

Weil bei der Vereinigung ungleichartiger Elektrieitäten Licht- und Wärmeentwicklung stattfinden, Feuer gesehen wird, wie theils beim Ent- laden elektrischer Batterien, theils und besonders bei den Glühungs- erscheinungen, welche die Voltasche Elektrieität bedingt, in schönster Pracht geschieht, so glaubte man die bei chemischen Verbindungen un- gleichartiger Körper oft statthabende Feuererscheinung aus der Ausglei- chung des entgegengesetzt elektrischen Zustandes der sich einigenden Körper erklären zu können, zumal da Beeguerel und andere bewiesen haben, dafs bei chemischen Verbindungen elektrische Strömungen nach- weisbar sind. Man legt den heterogenen Körpern, die sich mit einan- der verbinden, eine elektrische Anziehung vermöge ungleicharliger elek- trischer Zustände bei, welche sich auch schon durch die Zersetzungen zu erkennen geben, die die Voltasche Säule in zusammengesetzten Stoffen bedingt, indem ein Bestandtheil nach dem-+ Pol, und der andere nach dem Pol hingezogen wird. Gleich wie aber durch die Verwandt- schaft ungleichartige Bestandtheile aus zusammengesetzten Körpern ge- schieden, und auch wieder mit einander vereinigt werden, so werden auch durch elektrische Funken heterogene Stoffe zu homogenen Ganzen

verbunden, wie z. B. Sauer- und Wasserstoffgas zu Wasser, Chlor-

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